Die "Archivmaus des Landkreises", wie sich der 63-Jährige selbst schmunzelnd nennt, hat wieder zugeschlagen: In siebenmonatiger Arbeit hat Jürgen Müller die zum Teil Jahrhunderte alten Unterlagen der Gemeinde Rugendorf neu geordnet. Das Archiv als Gedächtnis der Gemeinde - es funktioniert wieder.
Dass die Berge von Akten, Rechnungen und Belegen, die in der Gemeindekanzlei, dem Stadtsteinacher Rathaus und vor allen in den Rugendorfer Schule auf Aufarbeitung warteten, den Willmersreuther anfangs nicht aus der Ruhe gebracht haben, erklärt Müller ganz einfach. "Ich bin schon seit den 1980er Jahren in der Archivpflege tätig", sagt der Kunsthistoriker, der zwischendurch auch schon für das Kronacher Kulturreferat gearbeit hat. Kasendorf, Mainleus und Stadtsteinach sind einige seiner Stationen im Landkreis Kulmbach, an denen er Archive in Ordnung gebracht und übersichtlich gestaltet hat.
Dass er Sensationelles in den Unterlagen entdeckt hat, kann der 63-Jährige nicht behaupten. "Die ganz wichtigen Sachen wie Stadtbücher sind sicher im Staatsarchiv", betont er. "Aber es sind schon einige interessante Sachen dabei", ergänzt Müller und verweist beispielsweise auf das Dorfbuch von 1659.
Müller hat die zum Teil in althochdeutscher Sprache verfassten Unterlagen aus Rugendorf, Eisenwind, Feldbuch, Kübelhof, Losau, Poppenholz und Zettlitz bis in die Zeit der Gebietsreform geordnet und ist dabei nach dem bayerischen Einheitsaktenplan vorgegangen. Der ist nach Sachgebieten einer Verwaltung wie zum Beispiel Kassen- und Rechnungswesen, Steuererhebungen oder Feuerlöschwesen aufgebaut.

Mehr dazu lesen Sie in der Samstagsausgabe der Bayerischen Rundschau.