"Die Zusammenarbeit mit dem Verein ist super. Wir profitieren als Kindertagesstätte wirklich viel davon und werden auch immer mit Spielsachen und Spenden zur Anschaffung von Einrichtungsgegenständen berücksichtigt", freut sich die Leiterin.

Die Verantwortlichen stoßen mit dem Namen ihres Vereins nicht selten auf Kopfschütteln. Oft werden sie mit der Bemerkung konfrontiert, dass Kinder- und Jugendarbeit doch gar nicht erlaubt sei. "Das war uns schon bei der Gründung bewusst, als wir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützen wollten", räumt Vorsitzende Ute Kraus ein. "Wir haben lange über einen Namen überlegt, aber letztlich haben wir uns miteinander darauf geeinigt.
Es geht um die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen vor Ort."

Der Verein ist sogar im Vereinsregister eingetragen und hat sich ein eigenen Logo gegeben: "KiJu". Der Eintrag ist der Branche "Organisationen der freien Wohlfahrtspflege und Jugendhilfe" zugeordnet.


Klare Strukturen erkennen

Stefanie Will freut sich indessen über die jüngste Errungenschaft für die Kleinsten: "Entdeckungen im Entenland - Ordnung in der Welt". Das Land der Watscheltiere wendet sich an Kinder im Alter von zweieinhalb bis vier Jahren, und der Zusatz umschreibt die allgemeine Zielsetzung des Projekts, Kinder zu befähigen, in der Vielfalt und Flüchtigkeit der Dinge klare Strukturen und zuverlässige Beständigkeit zu erkennen." Im "Entenland" machen die Mädchen und Jungen erste Erfahrungen mit Zahlen. Und mit der Sprache. "Bei allen Aktivitäten achten wir auf eine Förderung der sprachlichen Entwicklung - insbesondere in Gesprächsrunden, durch Reime, Rätsel und mit Geschichten."

Das "Entenland" ist aber nur eine von vielen Anschaffungen, für die der 2005 gegründete Verein "KiJu" als Nachfolgeorganisation des Secondhand-Teams in der Vergangenheit gesorgt hat. "Wir stellten fest, dass der Kindergarten damals recht gut ausgestattet war. Unsere Überlegung war die, ob es nicht noch andere Institutionen und Einrichtungen in der Gemeinde gibt, die ebenfalls Unterstützungsbedarf bei ihrer Kinder- und Jugendarbeit haben, unterstützt zu werden", erinnert sich Ute Kraus, die sich auch auf Frauen stützen kann, die gar keine heranwachsenden Kinder mehr haben. "Na ja, wir waren halt im Secondhand-Team irgendwann einmal drin, als unsere Kinder klein waren. Es hat sich halt einfach so ergeben, dass man dabei geblieben ist. Es fand sich auch nichts Jüngeres", sagt Inge Peter dazu und wäre wie ihre Kolleginnen sehr froh, wenn sich einmal einige Leute, die jetzt Nachwuchs im Kindergarten haben, für eine Ablösung bereit erklären würden.

Doch Vorsitzende Ute Kraus darf mit ihrem Team stolz darauf sein, dass der Verein schon zahlreiche Projekte unterstützen konnte.


Rund 50.000 Euro ausgeschüttet

In der Summe sind es rund 50.000 Euro, die aus dem Erlös der Secondhand-Verkäufe ausgeschüttet wurden. "Aktuell gehören unserem Verein 19 Personen an. Helfer und Helferinnen, die keine Mitglieder sind, haben wir aber noch mehr. Es sind oft Leute, die einfach Freude daran haben, uns beim Verkauf an zwei Wochenenden im Jahr zu helfen", freut sich die Vorsitzende, derzufolge viel Arbeit dranhängt. Der nächste Verkauf findet am Freitag, 22. Februar, im Gemeindesaal statt.

Froh sind Ute Kraus und Inge Peter vor allem darüber, dass der Gemeindesaal für die Zwecke des Vereins immer wieder kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Und so können neben dem Kindergarten auch andere Einrichtungen bedacht werden. Ute Kraus: "Wir haben die Jungschar der Evangelischen Kirchengemeinde, es wurde der Kinderfasching bezuschusst, jährlich werden auch die Kosten für das Spielmobil übernommen, das mehrere Tage in der Gemeinde ist, und der Sportverein bekam zur Anschaffung von Kleinfeldtoren einen Zuschuss. Wir sind für Anträge, die an uns gerichtet werden, sehr dankbar. Grundsätzlich lassen wir uns aber immer selber etwas einfallen."