Felidae: Das ist die Familie der Katzen aus der Ordnung der Raubtiere. In 16,3 Prozent aller Haushalte lebt eine Katze, und im alten Ägypten wurde sie als Gottheit verehrt. Aber auch heute noch werden Katzen von ihren Herrchen und Frauchen, im Stück als die "Dosenöffner" bezeichnet, hofiert, als würden sie alle von einem übergeordneten Geschlecht abstammen.

Eine übergeordnete Rasse zurückzuzüchten ist die Absicht des wahnsinnigen Katers "Claudandus" (alias Pascal, gespielt von Simon de Ridder), der, nachdem er im Labor des Professors Preterius (Niklas Rauchmaul) jahrelang gequält worden war, diesen besiegte und sich fortan unter dem Namen Pascal auf Katzenjagd machte. Die zunächst mysteriösen Todesfälle im Viertel versuchen die zugezogenen Katzengeschwister Francis und Finja (Talitha und Deborah Kemnitzer) aufzuklären.
Dabei stolpern sie über zahlreiche Hindernisse, begegnen dem Sektenführer Joker, sehen sich abgründigem Hass und Gleichgültigkeit ausgeliefert.

Spannend, aber nachdenklich

"Ein düsterer Stoff", sagte Schulleiterin Ulrike Endres zu Beginn der Aufführung, "der sehr spannend ist, aber sicher auch zum Nachdenken anregen wird." Und wer hat sich für ein solch "düsteres" Stück entschieden? "Die Schüler selbst hatten die Idee dazu", erzählte Lehrer Bastian Priemer, einer der beiden Regisseure. "Und warum auch nicht? Die Schüler wissen sehr gut, dass es auch böse Sachen auf der Welt gibt."

Lehrer anfangs skeptisch

Anfänglich skeptisch war Deutschlehrer Frank Hoyer, der mit Bastian Priemer Regie führte. "Ich hatte das Buch zufällig einen Monat zuvor gelesen, und war mir nicht sicher, ob das als Theaterstück funktionieren konnte." Aber da dieses Stück eine ganz besondere Komponente hatte, wollten die beiden Lehrer die kreative Idee der Schüler unbedingt unterstützen. Simon de Ridder aus der 9. Klasse hatte nämlich das Theaterstück eigenhändig frei nach Motiven aus dem Roman von Akif Pininçci verfasst.

"Die Grundfassung habe ich alleine geschrieben, und Herr Priemer und Herr Hoyer haben Inputs gegeben", erzählte der Schüler des CVG. Zu seiner Motivation führte er an, dass er ein Katzenliebhaber sei und gerne für die Theatergruppe ein Krimistück haben wollte.

"Ich kannte den Film und habe auch das Buch gelesen, und konnte mir das gut auf einer Bühne vorstellen." Dabei sei das Fach Deutsch nicht einmal so sehr sein Steckenpferd - was der Kreativität aber absolut keinen Abbruch tat.

Die Schülerinnen und Schüler des Mittelstufentheaters schafften es, mit ihren Ideen, ihrer Kreativität und ihrem schauspielerischen Können ein Stück auf die Bühne zu bringen, das sicher bei den Zuschauern noch lange nachklingen wird.