Förderverein, Elternbeirat und Schulleitung des Caspar-Vischer-Gymnasiums verabschiedeten am Freitagnachmittag in der Dr.-Stammberger-Halle einen wahrhaft außergewöhnlichen Jahrgang auf den weiteren Lebensweg. Außergewöhnlich nicht nur wegen der erschwerenden Umstände, unter denen die Schülerinnen und Schüler in der Corona-Krise ihre Abiturprüfungen ablegen mussten. Außergewöhnlich nicht nur, weil die Zeugnisvergabe dieses Mal ohne Eltern stattfinden musste - sie verfolgten das Geschehen zu Hause im Live-Stream. Außergewöhnlich nicht nur, weil es nicht einmal möglich war, den freudigen Anlass gebührend zu feiern.

Der Jahrgang 2020 war auch deswegen ein besonderer Jahrgang, weil es der erste Jahrgang war, dem das Angebot der Lernzeitverlängerung in der Mittelstufe zur Verfügung stand, denn das CVG ist eine von 47 Pilotschulen "Mittelstufe Plus" in Bayern. Die jetzigen Abiturienten, das waren etwa 45 Prozent ihres Jahrgangs, haben sich gegen die Lernzeitverlängerung entschieden und in den Regelklassen weitergelernt. Hinzu kamen 20 Schülerinnen und Schüler, die nach ihrem mittleren Bildungsabschluss an anderen Schularten nach der Einführungsklasse am CVG in die Oberstufe kamen.

Außergewöhnlich war der Jahrgang aber auch deswegen, weil 61 Abiturienten zur Prüfung antraten und alle 61 auch bestanden - und das mit einem hervorragenden Gesamtschnitt von 2,14. 40 Prozent erzielten eine Eins vor dem Komma. "Es war ein Jahrgang für Kenner, man könnte fast schon von einem Jahrhundertwein sprechen", sagte Schulleiterin Ulrike Endres in ihrem Grußwort, angelehnt an die gewitzte Ansprache der Abiturienten. "Unser Jahrgang besteht aus vielen verschiedenen Traubensorten, und wir einzelne Beeren haben den harten Winter überlebt", verkündeten die beiden Abiturientensprecher Hannah Bergmann und Christian Michel. Beide dankten insbesondere ihren Lehrkräften für die hervorragende Begleitung.

Ziel: ein Medizinstudium

13 Schülerinnen und Schüler erzielten einen Schnitt von 1,5 und besser, Veronica Witzgall schaffte unglaubliche 0,81. "Ich war schon immer recht gut in der Schule", sagte die Absolventin, die hofft, in Erlangen Medizin studieren zu können. "Ich rate allen Schülern, kontinuierlich am Ball zu bleiben."

Das bestätigten auch ihre Mitschüler Laura Martin (1,0), Nele Göppner (1,1) und Christian Michel (1,2). Er war einer derjenigen, die nach der mittleren Reife an das CVG wechselten. Christian hatte bereits die Realschule als Schulbester absolviert, "hier musste ich jetzt drei Damen den Vortritt lassen", sagt er lachend. Sich selbst bezeichnet er als Spätzünder. "Bei mir ist erst in der 9. Klasse der Groschen gefallen." Er rät nachfolgenden Jahrgängen, frühzeitig mit dem W-Seminar zu beginnen. "Und das Außerschulische nicht vergessen." Rückblickend auf ihre Abivorbereitung während der Corona-Pandemie sagte Nele, dass man sich die Zeit zwar besser einteilen konnte, zu Hause würden aber auch andere Sachen ablenken. "Unsere Lehrer haben sich aber viel Mühe gegeben", lobte Laura Martin.

Doch die Abiturienten des CVG konnten nicht nur gute Noten erzielen. Viele wurden für hervorragende Leistungen und ihr Engagement geehrt. So erhielten etwa Christian Michel, Paula Simon und Tom Sosniok eine Auszeichnung für hervorragende Leistungen im Fach Physik von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Die Auszeichnung für das beste Abitur in Latein des Landesverbandes Bayern im Deutschen Altphilologenverband ging an Veronica Witzgall. 13 Schülerinnen und Schüler durften sich über ein "E-fellows"-Stipendium freuen. Ein VfS-Abiturpreis für hervorragende Leistungen im Fach Wirtschaft ging an Christian Michel.

"Hört nie auf zu lernen"

OB Ingo Lehmann und Landrat Klaus Peter Söllner blickten durchaus etwas neidisch auf die hervorragenden Ergebnisse der Abiturienten und bedauerten, dass keine "ordentliche Feier" stattfinden konnte. "Die Welt steht Ihnen offen, jeder von Ihnen ist wichtig", gab der Landrat mit auf den Weg, während der OB sagte: "Hört nie auf zu lernen und traut euch auch, euch eines Besseren belehren zu lassen." Man sollte Fehler durchaus als Chance sehen.

Die Schulbesten

Veronica Witzgall (0,81), Laura Martin (1,0), Nele Göppner (1,1), Christian Michel (1,2), Julia Nagel (1,2), Stefan Langhammer (1,3), Samira Salik (1,3), Ebru Gündüz (1,3), Paula Hanel (1,4), Alina Kremer (1,4), Paula Simon (1,4), Maria Häusler (1,4), Johanna Frisch (1,5)

Sie haben bestanden:

Nick Baier, Nina Barthel, Laura Bauer, Hannah Bergmann, Carla Christoph, Theresa Dauer, Sebastian Dietz, Florian Dippold, Eric Dreßel, Pia Drobny, Michelle Dünkel, Felix Emtmann, Johanna Frisch, Gregor Göldner, Nele Göppner, Annika Görtz, Paul Götz, Ebru Gündüz, Tom Haas, Milena Hacker, Paula Hanel, Luca Hassler, Maria-Katharina Häusler, Paula Heisinger, Jannik Hofmann, Hanna Holzmann, Vanessa Jerrentrup, Romina Kern, Lara Kolb, Alina Kremer, Chiara Langenohl, Stefan Langhammer, Alisa Lehnert, Antonia Märkl, Laura Martin, Sarah Meisel, Christian Michel, Julia Nagel, Julia Neubing, Annika Pietsch, Nils Reuschel, Emma-Jean Roth, Leonie Roth, Anna Sachs, Toni Sadel, Samira Salik, Thimo Schena, Jan Schmeiche, Paula Simon, Carolin Singer, Tom Sosniok, Emily Steinert, Ellena Stricker, Vanessa Teufel, Franz Tiroch, Corinne Vonlanthen, Nina Wagner, Nina Wanke, Jule Wirth, Veronica Witzgall, Feyza Yilmaz.red