Schwere Unwetter stellten die Verantwortlichen der Trebgaster Naturbühne und die Feuerwehr am Sonntag vor eine Herausforderung der besonderen Art. Der Gastauftritt von Ottfried Fischer und Lizzy Aumeier war gefährdet, konnte aber mit Verspätung stattfinden.

Eigentlich begann der Tag auf dem Wehlitzer Berg genau so, wie er geplant war. Mit "Alice im Wunderland" zeigten die Darsteller ihren aktuellen Kassenschlager. Doch bereits kurz nach der Vorstellung tobte ein schweres Unwetter über dem Landkreis Kulmbach. Sintflutartige Regenfälle verwandelten die Naturbühne in einen See.
Gegen 17 Uhr standen Bühne und Zuschauerreihen einen dreiviertel Meter unter Wasser. Auch der Lagerraum der eigenen Gaststätte wurde schwer geflutet. Vorsitzender Siegfried Küspert zeigte sich im Gespräch mit der Bayerischen Rundschau entsetzt: "Es war eine Katastrophe." Das Bühnenbild für "Alice im Wunderland" konnte glücklicher Weise gerettet werden.

Gutes Krisenmanagement

In Windeseile wurden alle Kräfte mobilisiert. Auch die Feuerwehr rückte an. Die Wehrmänner aus Trebgast, Feuln und Waizendorf pumpten Unmengen an Wasser ab. Zwar verfügt der Theaterverein über eine eigene Pumpe, doch mit diesen Wassermassen vom Sonntag war das Gerät hoffnungslos überfordert. Noch während des Feuerwehreinsatzes schlug zu allem Überfluss in unmittelbarer Nähe der Naturbühne auch noch ein Blitz ein. Durch die Entladung wurden nicht nur die technischen Licht- und Soundanlagen sowie die Brandschutzanlage schwer beschädigt, auch die Telefonanlage war außer Betrieb.

10.000 Euro Schaden befürchtet

Laut Siegfried Küspert kann der Schaden bislang nicht beziffert werden. Der Vorsitzende befürchtet aber einen Betrag um die 10.000 Euro. Noch mindestens bis Mittwoch werden die Telefone der Naturbühne still stehen. "So lange wird es wohl dauern, bis eine neue Anlage geliefert und montiert ist", teilte der Naturbühnen-Vorstand am Montagvormittag mit.

Besonders lobend erwähnte Küspert das Zusammenspiel der Einsatzkräfte und das aufopferungsvolle Engagement seiner ehrenamtlichen Vereinsmitglieder: "Ohne diesen Zusammenhalt hätten wir die Veranstaltung absagen müssen".

Etwas Unmut äußerten einige Zuschauer, weil sie am Sonntagabend unmittelbar vor dem Vorstellungsbeginn im Regen stehen mussten. Von großen Schirmen geschützt, harrten hunderte Zuschauer aus, bis Bühne und Sitzreihen getrocknet und gesäubert waren. Nach einer kurzen Ansprache durch die Leitung der Naturbühne zeigten die meisten Gäste aber Verständnis.

Mit halbstündiger Verspätung konnten dann die Tore geöffnet werden, die ausverkaufte Tribüne war schnell besetzt. Durch die improvisierte Technik kam es allerdings während des ersten Teils der Vorstellung zu Qualitätsverlusten in der Akustik. Ottfried Fischer, der von seiner Krankheit sichtlich gezeichnet ist, war kaum zu verstehen. Dies war wohl sicherlich auch der Grund, warum sich nach der Pause die Zuschauerreihen etwas gelichtet haben.

Sorge um Ottfried Fischer

Zwar konnte an der Technik noch einiges verbessert werden, und auch der eigentliche Star, Ottfried Fischer, steigerte seine Stimme, doch diese Anstrengung war ihm anzumerken. Viele Besucher waren entsetzt und hatten fast schon Mitleid mit dem bekannten Schauspieler.

Thomas Kuhn aus Trebgast, selbst Autor und Schriftsteller, zeigte sich besorgt um den Gesundheitszustand Fischers: "Die Gags waren flach, und Ottis Auftritt machte mir Angst. So habe ich ihn noch nie gesehen."
In der Tat sah Fischer so schlecht aus wie noch nie. Er ging am Stock, hatte Probleme mit Aussprache und Wortfindung. Bei seinem Auftritt in Trebgast zeigte er sich benommener denn je. Der 60-Jährige kämpft seit Jahren gegen die Auswirkungen seiner Parkinson-Erkrankung.

Lizzy Aumeier rockte die Bühne in bekannt lockerer Art, allerdings hatte sie selbst mit körperlichen Leiden zu kämpfen. Erst vor kurzem erholte sie sich von einer komplizierten Beinfraktur.