Ja, sagt Hans-Georg Busch, von Gerüchten hat er auch schon gehört. Aber: Nein, äußern mag er sich zu den teils abstrusen Spekulationen nicht. "Es ist einfach Zeit für einen Wechsel", sagt der Weickenreuther zu der Tatsache, dass er nach fast 20 Jahren erfolgreicher Tätigkeit seinen Posten als Kapellmeister des Musikvereins Marktleugast abgeben wird.

1993 hatte ihn die Vereinsführung verpflichtet. Zum 1. April 1993 hatte man damals den "Versuch" vereinbart, mit dem Dirigenten Hans-Georg Busch "alles auf die Reihe zu bringen". Was im Schatten des legendären Ex-Kapellmeisters Robert Hofmann nicht ganz einfach erschien.

Die Sache mit dem Zapfenstreich


Aber "HGB", wie Busch von vielen genannt wird, und der neue Vorsitzende Rüdiger Hübschmann haben es geschafft. Spätestens mit dem nächtlichen Zapfenstreich zum 100-jährigen Vereinsbestehen 1995 war klar, dass der Musikverein Marktleugast unter Leitung von Hans-Georg Busch neuen musikalischen Schwung bekommen hatte.

Und dieser Schwung hielt an, wie Verpflichtungen zu unzähligen Wiesenfesten, zur Grünen Woche nach Berlin als Botschafter des Landkreises und sogar zur Kulmbacher Bierwoche zeigten. Das Josefskonzert in der Marktleugaster Dreifachsporthalle mit rund 700 Besuchern hat heute Kultstatus. Kaum weniger sind es bei den Weihnachtskonzerten des Musikvereins Marktleugast in der Wallfahrtsbasilika Marienweiher, die "HGB" 1995 ins Leben rief.
Und dann ist da noch die Patenschaft mit dem Chor aus der ungarischen Partnergemeinde Pilisszentivan, aus der viele Freundschaften entstanden sind. Dass die Marktleugaster Musiker 2011 Kulturpreisträger des Landkreises geworden sind, freut den Kapellmeister besonders.

Arbeit hat sich gelohnt


"Die Arbeit in den vergangenen 20 Jahren hat sich gelohnt", sagt Hans-Georg Busch heute zufrieden und findet es gar nicht schlimm, dass es zu einem Wechsel am Dirigentenpult kommt. "Wenn es am schönsten ist, soll man aufhören", flachst der 47-Jährige, um dann gleich wieder ernst zu werden. Weil es für die Weiterentwicklung der Musiker wichtig ist und weil er sich nach 20 Jahren an vorderster Front auch einmal danach sehnt, in der zweiten oder dritten Reihe zu spielen, erklärt er. Bei den "Stänkerern" und beim Gaudi-Brettla habe er es nicht anders gehalten.

Dass auf Hans-Georg Busch schon ein neuer Dirigentenposten wartet, ist eines der besagten Gerüchte. "Stimmt nicht, da hätte ich ja in Marktleugast bleiben können", sagt der Kapellmeister. "Wenn ich Musik spielen will, dann werde ich das in Marktleugast machen."

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