Die Hans-Edelmann-Mittelschule hatte die Schüler der Klassen 5 bis 8 unter Einbindung verschiedener Kulmbacher Sportvereine zu einem Fitnesstag geladen - und der stieß auf große Begeisterung. Unter 14 unterschiedlichen Aktionen wie Football, Tanzen, Badminton oder auch Tauchen konnten sich die Schüler entscheiden, da hatte so mancher die Qual der Wahl. Doch einige fanden auch gleich ihren Favoriten und überlegten ernsthaft, die jeweilige Sportart weiter zu betreiben. So etwa Silke Herrmann, die Feuer und Flamme fürs Fitnessboxen des ATS Kulmbach war.


Weg mit den Aggressionen

"Das macht irre viel Spaß", strahlte die Schülerin, "und man kann super-toll Aggressionen abbauen." Als Mädchen ist sie schon längst keine Seltenheit mehr im Boxsport, das bestätigte auch Trainerin Sibylle Marks: "Vor 20 Jahren steckte das Frauenboxen noch in den Kinderschuhen, doch wir haben viel
Aufbauarbeit geleistet." Disziplin, Ehrgeiz und vor allem Mut brauche man für den Boxsport, und da sahen sich gerade die Mädels der Hans-Edelmann-Schule in ihrer Rolle bestätigt.

Ebenfalls Disziplin, aber auch Koordinationsvermögen und Gleichgewichtssinn waren bei der Wurfabteilung des UAC Kulmbach-TSV Stadtsteinach angesagt. Hier konnten sich interessierte Schüler im Diskus-, Speer- oder Hammerwurf üben, eine komplexe Sportart, wie Trainer Martin Ständner erklärte, für die man eine echte Leidenschaft entwickeln sollte. "Es waren heute auch ein paar Schüler dabei, die am liebsten immer weitergemacht hätten, hier würden wir uns freuen, sie in unserem Verein begrüßen zu können."

Und das ist natürlich auch ein Hintergedanke der Veranstaltung, die nicht nur Begeisterung für Bewegung und gesunde Ernährung bei den Schülern wecken sollte, sondern auch gleichzeitig Möglichkeiten der sportlichen Betätigung im Kulmbacher Land aufzeigen wollte. Einige der Schüler wurden für die Aktionen sogar an außerhalb gelegene Veranstaltungsorte gefahren, zum Beispiel zum Zumba oder Squash ins Fitnessstudio KA2 oder zum Tauchen mit der Tauchschule Klawuhn.


Volle Konzentration

Nur mal kurz ums Eck mussten diejenigen laufen, die sich fürs Bogenschießen interessierten. Auf dem Gelände des Schützenvereins in Ziegelhütten übten sich die Schülerinnen und Schüler im konzentrierten Zielen, genossen die lauschige Atmosphäre auf der Bogenschießanlage des Vereins. Auch hier war ein ganz Begeisterter bei der Sache, der gleich den ganzen Vormittag mit Bogenschießen verbrachte. Der Achtklässler Sebastian Nemitz hat sich als Kind schon selbst Bogen aus Holz gebaut, stand aber ansonsten zum ersten Mal auf einer solchen Profianlage. "Das ist schon toll", schwärmte der Schüler, der an diesem Tag auch noch seinen Geburtstag feierte, "ich würde mir wünschen, diesen Sport intensiver betreiben zu können."

Die Begeisterung unter den Schülern bestätigte auch die Lehrerin der 8. Klasse, Andrea Stößlein. "Wir wollten das ursprünglich als Ersatz für die Bundesjugendspiele veranstalten, weil wir festgestellt haben, dass die Kinder bei dem vielfältigen Angebot viel engagierter dabei sind und auch die Fehlzeiten viel niedriger ausfallen."

Die Bundesjugendspiele finden daher nun im Rahmen des Sportunterrichts statt, denn durchgeführt werden müssen sie laut Schulamt. Aber das ist ja auch in Ordnung - solange man sich zusätzlich auf den abwechslungsreichen Fitnesstag freuen kann.