Am Ende ließen die Brauerei-Vorstände den Zug starten, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele der Fanclubs zum Teil aus ganz Deutschland bereits angereist waren und vom schrecklichen Unfall keine Kenntnis hatten.

Erst als die Nachricht durchsickerte, dass sowohl Landrat Klaus Peter Söllner als auch Oberbürgermeister Henry Schramm kurzfristig ihre Teilnahme am Festzug abgesagt hatten, konnte man vermuten, dass etwas Außergewöhnliches der Grund dafür war. Da aber hatte sich der Zug auch schon in Bewegung gesetzt.

Die wenigsten Teilnehmer des Umzuges hatten die Tragweite des Unglückes erfahren, so dass sie mit ihren originellen Wagen fröhlich und ausgelassen durch die Stadt zogen. Sie wurden auch an den Straßenrändern von den wiederum sehr zahlreichen Schaulustigen begeistert empfangen und auch gefeiert. Es waren weit über 100 Fanclubs sowie Kerwa- und Kirmesgruppen, die gestern in die heimliche Hauptstadt des Bieres kamen und zusammen mit den Musikkapellen für einen ersten Höhepunkt des 66. Bierfestes sorgten.

Die Gruppen hatten sich wieder Einiges einfallen lassen und bei der Gestaltung der Wagen außerordentlich viel Kreativität bewiesen. Bereits kurz vor 11 Uhr trafen die ersten Gruppen auf dem Brauereigelände ein und nahmen mit ihren fantasievollen und aufwändigen Wagen, Standarten und Maskottchen Aufstellung. Pünktlich um 11.55 Uhr erfolgte der Start, und über die Pestalozzistraße, am Stadtpark ging es in Richtung Innenstadt, vorbei am Holzmarkt und hinein in den Bierstadel.

Dort wurden die Preisträger gekürt. Sieger bei den schönsten Standarten waren die Edelherb-Ladies aus Rugendorf, gefolgt von der Kulmbacher Bier-Union (Neuenmarkt) und "Die guten Franken" (Kulmbach). Die größte Gruppe stellten die Bierfranken Kulmbach, gefolgt von den Urfranken aus Förtschendorf und dem Stammtisch "Grünes Tal". Für die weiteste Anreise prämiert wurden Eku China und USA sowie die Hamburger Mönche.
Beim Maßkrugstemmen war pure Kraft gefragt. Der Rekord liegt bei mehr als 16 Minuten. Der Gewinner, Markus Schleßmann aus Hilpoltstein, hielt immerhin 8,50 Minuten durch.