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Kulmbach
Urlaub

Bier und Burg ziehen die Gäste nach Kulmbach

Stadträtin Dagmar Keis-Lechner besuchte die Wohnmobil-Touristen am Schwedensteg - und die waren mit dem Angebot sehr zufrieden.
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Dagmar Keis-Lechner (stehend) im Gespräch mit Leon, Monika und Ulf Elle  Fotos: Uschi Prawitz
Dagmar Keis-Lechner (stehend) im Gespräch mit Leon, Monika und Ulf Elle Fotos: Uschi Prawitz

Sie kommen aus Augsburg, Dresden, Heilbronn oder Potsdam, sie sind auf der Durchreise oder bleiben ein paar Tage. Am Schwedensteg hat man aktuell den Eindruck, dass dort noch nie so viele Wohnmobile parkten wie in diesem Sommer. Klar, in Zeiten von Corona satteln viele auf mobile Unterkünfte um, verbringen ihren Urlaub bevorzugt im Inland.

Allerdings trügt der Schein etwas. "Durch den Abstand, der einzuhalten ist, können wir aktuell sogar weniger Stellplätze zur Verfügung stellen als in den Vorjahren", sagt Helmut Völkl, Leiter des Tourismus- und Veranstaltungsservice (TUV) Kulmbach. 42 Stellplätze seien es bislang gewesen, coronabedingt können 22 Stellplätze zur Verfügung gestellt werden. Im Jahr 2019 machten etwa 1800 Wohnmobile in Kulmbach Halt, die Einnahmen für die Stadt Kulmbach beliefen sich dadurch auf gut 15 000 Euro.

Der Kulmbacher Wohnmobilstellplatz erfreut sich ungebrochener Beliebtheit, und woran das liegt, wollte Dagmar Keis-Lechner in Erfahrung bringen. Als Stadträtin der Grünen kam sie an einem Abend mit den Touristen ins Gespräch. "Ich wollte wissen, warum sich die Urlauber für einen Stopp in Kulmbach entscheiden, wie zufrieden sie mit der Lage des Platzes und mit dessen Ausstattung sind", sagte sie.

Leon, Monika und Ulf Elle aus Mecklenburg-Vorpommern befanden sich auf Durchreise zur Zugspitze und hatten sich wegen des Bieres für einen Zwischenstopp in Kulmbach entschieden. "Wir haben vorher recherchiert und fanden das Angebot sehr passend", erklärte Ulf Elle. Am Nachmittag besuchten sie das Brauereimuseum, danach kehrten sie im Mönchshofgarten ein und unternahmen einen Stadtbummel.

Gebühr angemessen

Für eine Nacht fanden sie den Stellplatz vollkommen in Ordnung, auch wenn sie keinen Stromanschluss hatten, da sie außerhalb der offiziellen Stellfläche parken mussten. "Wir haben eine Autarkbatterie, damit kommen wir für eine Nacht gut klar", erklärte Monika Elle. Positiv empfanden sie, dass man die Toilette entleeren und Frischwasser tanken kann. Für Ulf Elle war auch der freiwillige Obolus in Höhe von drei Euro, den die Wohnmobilfahrer als Gebühr in einen Kasten einwerfen, angemessen.

"Lobend erwähnen möchte ich noch die schnelle Reaktion der Stadt Kulmbach", fügte er hinzu. Er habe abends bei der Touristinfo angefragt und am folgenden Morgen die Antwort im Posteingang gehabt, "das war top!" Ähnlich zufrieden mit dem Stellplatz am Schwedensteg zeigten sich Edeltraud und Wilfried Seidel aus Bottrop. Sie waren zum zweiten Mal auf Durchreise, blieben gleich ein paar Tage. "Wir wollen immer stadtnah sein, da wir nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind", erklärte Wilfried Seidel.

Sie nutzten ihren Aufenthalt zum Einkaufen, zum Besuch der Stadt, sind auch mit dem Plassenburg-Express auf die Burg gefahren. "Es ist schade, dass oben auf der Burg nicht mehr geboten ist", sagten die beiden, und in die Museen hätten sie nicht gehen können, weil das mit Hund nicht möglich sei.

Allerdings lobten sie die Verkehrsanbindung, wobei "ein kleiner Bus auch reichen würde. Uns wurde ganz anders, als sich der große Bus mit Millimeterarbeit durch das Eingangsportal der Burg schob."

Wasserpreis ein Thema

Einen weiteren Verbesserungsvorschlag hatte das Bottroper Paar auch für die Frischwasserbereitstellung. "Man wirft einen Euro ein und muss 100 Liter nehmen - das ist für uns viel zu viel. Da würden wir uns eine stufenweise Regelung zu jeweils zehn Cent wünschen."

Keis-Lechner war aber der Meinung, dass man bei den günstigen Platzgebühren durchaus einen Euro für das Trinkwasser bezahlen könne, gleich welche Menge man abnehme. Weiterhin sei laut Helmut Völkl vom Veranstaltungsservice eine Erweiterung des Stellplatzes und damit auch eine automatische Erweiterung der Stromstellen in Planung. Eine solche hätte natürlich auch Auswirkung auf die Müllentsorgung. "Aktuell werden die Mülltonnen täglich geleert", so Keis-Lechner. Bei einer Neuplanung würde sie als Abfall- und Umweltberaterin darauf drängen, ein Mülltrennungskonzept auszuarbeiten.

Sie kam zu dem Ergebnis: "Gastronomie und Einzelhandel profitieren vom Wohnmobilstellplatz", und das nicht nur an einem Wochenende. Die freiwillige Platzgebühr von drei Euro halte sie für sehr günstig. "Sicher wandern auch viele Scheine in die Box, einige zahlen gewiss auch nichts."