Denn seit sechs Jahren ist die ausgebildete Erzieherin selbst auf der Suche nach einem passenden Job. Die inzwischen 52-Jährige hat zwar einen auf 25 Stunden befristeten Vertrag als Erzieherin, der Verdienst daraus reicht ihr aber nicht aus, "um ohne staatliche Unterstützung leben zu können", wie sie es formuliert.
Was sie vor diesem Hintergrund gar nicht versteht, ist der überraschende Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen zu Erzieherinnen auszubilden. Dass man damit einerseits die händeringend gesuchten Fachkräfte für die Kinderbetreuung finden und andererseits Frauen ohne Anstellung eine neue berufliche Zukunft auftun kann, glaubt die Marktleugasterin nicht. "Haben wir denn überhaupt genug sozialpädagogische Seminarstellen, also Ausbildungsplätze? Haben wir genug Plätze an den Fachakademien? Und nach welchen Kriterien entscheidet ein Schulleiter, ob er einem Schulabgänger oder einem Umschüler den Ausbildungsplatz überlässt?", fragt sich Elisabeth Gareis und stellt dabei die Überlegung, ob denn kaufmännische Angestellte für den Erzieherberuf geeignet sind, nicht einmal in den Vordergrund. Viel wichtiger scheint ihr da schon die Frage, ob sich mögliche Umschülerinnen ihre Zukunft nicht zu einfach vorstellen. "Erzieherin ist jedenfalls auch ein Knochenjob", sagt Elisabeth Gareis und warnt vor zuviel Euphorie.

"Wie ein Sechser im Lotto"


Angesichts eigener Erfahrungen denkt die 52-Jährige weiter. Wie wird es den ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen im Beruf als Erzieherin ergehen, wenn schon jetzt Pädagogen eine Ganztagsstelle "wie einen Sechser im Lotto" em pfinden. Nach der regulären Ausbildungszeit von fünf Jahren, so die Marktleugasterin, stehe zu befürchten, dass auch sie "nur 400-Euro-Jobs, 15-Stunden-Verträge oder höchstens eine Halbtagesstelle bekommen".
Wie sie den Vorschlag von Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen also beurteilt? "Ich würde sagen, das war sehr spontan und nicht durchdacht", erklärt Elisabeth Gareis. "Oder es war ein Strohfeuer. Halt ein Thema für das Sommerloch."

Mehr zu dem Thema lesen Sie in der Freitagausgabe der Bayerischen Rundschau.