Bei seiner ersten Sitzung tagte der Umweltausschuss des Kreistags nicht, wie gewohnt, im Landratsamt, sondern im futuristischen Verwaltungsgebäude des Müllkraftwerks Schwandorf. Landrat Klaus Peter Söllner (FW) nutzte die Möglichkeit, zusammen mit Verbandsdirektor Thomas Knoll vor allem den neuen Kreisräten die Einrichtung zu zeigen und sie mit dem Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, dem der Landkreis seit über 30 Jahren angehört, vertraut zu machen. "Es ist eine Erfolgsgeschichte, dass wir dem starken Verbund Schwandorf, der 1979 gegründet wurde, angeschlossen sind. Das war für uns ein Riesengewinn", sagte Söllner. Die Einrichtung liefere auch in Bezug auf die Immissionswerte "fantastische Ergebnisse".

447 212 Tonnen angeliefert

Bei der öffentlichen Sitzung stellte Verbandsdirektor Thomas Knoll fest, dass das Müllkraftwerk Schwandorf mit seinen vier Ofenlinien im vergangenen Jahr wieder rund um die Uhr in Betrieb war, um die Abfälle aus dem Verbandsgebiet zu entsorgen, die benachbarte Industrie mit Strom und Dampf zu versorgen sowie Wärme für die städtische Fernwärmeversorgung zu liefern. Im Jahr 2013 seien insgesamt 447 212 Tonnen angeliefert worden. Diese Menge gliedere sich in 292 349 Tonnen Haus- und Sperrmüll sowie 154 863 Tonnen Gewerbemüll auf. Das Material aus der jeweiligen Region werde gewogen, mit Hydraulikpressen in Spezialcontainer verpresst und dann per Bahn zum Müllkraftwerk Schwandorf befördert. Auf diese Weise würden rund 80 Prozent des Abfalls umweltfreundlich angeliefert.

An Nutzwasser seien 425 807 Kubikmeter benötigt worden, dies entspreche 952,1 Liter Wasser pro Tonne Müll, des weiteren Salzsäure (81 Kubikmeter) und Natronlauge (64). Der Betrieb der Ofenlinien habe nahezu 650 Kubikmeter Heizöl erfordert.

Knoll machte deutlich, dass der hochkomplexe Betriebsablauf im Müllkraftwerk und an den einzelnen Umladestationen - eine davon befindet sich am Goldenen Feld in Kulmbach - ohne den Einsatz der 217 qualifizierten Mitarbeiter nicht möglich wäre. Derzeit würden 22 Auszubildende beschäftigt.
Der Landkreis Kulmbach gehörte laut Knoll zu den Gründungsmitgliedern des Zweckverbands: "Die fortschrittlichsten Kommunen Bayerns hatten erkannt, dass der Müll nur bei einer Vorbehandlung sicher deponiert werden kann."

Abfallberater Detlef Zenk nutzte die Möglichkeit, den neuen Kreisräten die Abfallwirtschaft des Landkreises Kulmbach vorzustellen. Dabei schnitt er auch die Themenfelder an, in denen in nächster Zeit Entscheidungen getroffen werden müssen. Zenks Vortrag hatte das Thema: "Die Abfallwirtschaft im Landkreis Kulmbach - Vom Müllkutscher zum Ressourcenretter und Energielieferanten."

"Das fängt nicht bei Adam und Eva an, obwohl diese auch schon Abfall gehabt haben, sondern im Jahr 1972", sagte Zenk und machte deutlich, dass der Landkreis Kulmbach in der Abfallwirtschaft in vielerlei Hinsicht vorbildlich arbeitet.

Positives Rechnungsergebnis

Kenntnis nahm der Kreisausschuss vom Abschlussergebnis des Rechnungsjahres 2013 der kostenrechnenden Einrichtung "Abfallwirtschaft". Wie Kreiskämmerer Rainer Dippold ausführte, gestaltete sich das Rechnungsergebnis gegenüber den Haushaltsansätzen positiv. Während bei den Haushaltsplanungen zum Ausgleich des Verwaltungshaushalts von einer Entnahme aus den Sonderrücklagen der Abfallwirtschaft von 736 500 Euro ausgegangen wurde, ergab sich im Abschluss lediglich eine Entnahme von 206 042 Euro. Die Allgemeine Abfallwirtschaft schließt im Ergebnis im Verwaltungshaushalt mit Einnahmen von 4 149 626 Euro und Ausgaben von 4 311 033 Euro ab. Die Entnahme aus der Rücklage des Gebührenausgleichs beträgt 161 407 Euro und ist damit um 537 192 Euro besser als der Haushaltsansatz.

Kreiskämmerer Rainer Dippold: "Das gute Ergebnis resultiert aus Einnahmeverbesserungen von per Saldo von rund 266 900 Euro und Verbesserungen bei den Ausgaben von per Saldo von rund 270 300 Euro."