Laue Sommernächte verleiten dazu, draußen zu sitzen - oft bis spät in die Nacht. Das ist kein Problem, solange dabei niemand belästigt wird. Tritt jemand dann aber morgens in die Hinterlassenschaften der feierfreudigen Gesellschaft oder muss einen Hindernisparcours absolvieren, um schadenfrei um die leeren Flaschen zu kommen, führt dies zu erheblichem Unfrieden.

Genau mit dieser Problematik kämpfen Jogger und Spaziergänger offenbar an der Kieswäsch - und das obwohl der Bauhof sein Bestes tut und täglich den Müll der Besucher einsammelt.

Der zuständige Teamleiter des Bauhofs, Stefan Weith, betont im Gespräch mit unserer Zeitung, dass von Montag bis Freitag und auch am Wochenende ein Mitarbeiter vor Ort sei, der für die Sauberhaltung der Anlage zuständig ist. Neben der Reinigung der Toiletten gehört auch die Instandhaltung der Grünflächen zu seinen Aufgaben.


Unangemeldetes Feiern

Problematisch wird es an der Kieswäsch häufiger, wenn alkoholisierte Besucher von unangemeldeten Feiergesellschaften anfangen zu streiten oder zu prügeln. Allerdings gibt es selten Probleme mit den angemeldeten Gruppen auf den Grillplätzen.

Besonders hässlich hinterlassen werden die versteckten Ecken an der Kieswäsch. Müll dorthin zu tragen, scheint für manche Besucher kein Problem zu sein - nur das Aufräumen scheint ihnen nicht zu liegen, klagt ein Leser, der ungenannt bleiben will, in einer Mail an uns.

Laut seinen Aussagen werden Auswüchse dieser Art immer schlimmer - und auch das Problem mit der Wildpinkelei und der Entrichtung anderer Notdurft abseits der Toiletten stören die friedlichen Besucher.

"Es ist zutreffend, dass dort regelmäßig aufgeräumt wird. Doch wie sieht es vorher aus?", betont unser Leser. Viele Bier- und sonstige Flaschen liegen im Gelände oder auf den Parkplätzen herum. "Besonders gefährlich sind jedoch Scherben von Flaschen im Uferbereich, wo besonders die Kinder baden."


Überbleibsel am nächsten Morgen

Da zurzeit auch speziell morgens bereits viel gebadet wird, bleiben häufig diverses Badeutensilien einfach liegen. "Von Plastik- oder Papierverpackungsmaterial werden jeden Morgen ganze Säcke voll weggeräumt", hat unser Leser beobachtet.

"Der Bauhof der Stadt sollte froh sein, einen derart fleißigen Mitarbeiter zu haben, der bereits morgens ab sechs Uhr den Unrat des letzten Tages, meistens aber der Nacht wegräumt", hält er fest. Und fordert in diesem Zusammenhang, dass die Polizei öfters nachts kontrollieren sollte. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass nach einem solchen Alkoholgenuss, wie die leeren Flaschen fast täglich belegen, noch nüchtern Auto gefahren wird."
Reinhard Eber, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Kulmbach, sagt, er habe keine Kenntnis davon, dass an der Kieswäsch mehr oder häufiger getrunken wird als an anderen Plätzen in Kulmbach. "Im Rahmen der Streifen gibt es überall Alkoholkontrollen, allerdings nicht speziell am Oberauhof."


Es wird sich nichts ändern

Dass sich an dem Zustand freilich etwas ändert, glaubt unser Leser nach langjährigen Erfahrungen dennoch nicht: "Solange das schöne Wetter wie jetzt anhält, wird sich an der Lage wohl nichts weiter ändern."