Morgen geht es wieder los: Beim Schlendern übers Bierfest sieht man auch einige Sicherheitskräfte. "Die Sicherheitskräfte sollen die Besucher der Kulmbacher Bierwoche nicht abschrecken, sondern ihnen das Gefühl von Sicherheit vermitteln", betont Michael Schmid, Projektleiter der Kulmbacher Brauerei für die Bierwoche. Er ist auch für das Sicherheitskonzept auf der Bierwoche verantwortlich und lobt in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten in Kulmbach.

Bei einer Sicherheitskonferenz treffen sich jährlich im März und im Juni jeweils 30 Verantwortliche der verschiedenen Einsatzkräfte der Polizei, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr, der Stadt, des Landratsamtes und der Sicherheitsfirma, die von der Stadt und der Brauerei engagiert wird, um die Organisation und die Aufgabenverteilung abzusprechen.


Einsatzkräfte stehen parat

Auf der Bierwoche sind viele unterschiedliche Einsatzkräfte für die Sicherheit der Besucher verantwortlich. Die Polizei ist im direkten Umfeld des Stadls ständig unterwegs - und wie die Feuerwehr jederzeit einsatzbereit. Das Bayerische Rote Kreuz steuert seine Einsatzkräfte von der Einsatzleitzentrale in der Stadthalle aus. Die Sanitäter sind überall auf dem Festgelände anzutreffen und im Notfall auch sofort telefonisch zu erreichen. Entsprechende Nummern hängen auf dem Gelände aus, aber auch die 112 ist selbstverständlich der richtige Weg, um Hilfe anzufordern.

"Beim Absetzen eines Notrufs ist es natürlich besonders wichtig, genaue Angaben zu machen", so Michael Schmid, "wenn am Samstagabend dann 10 000 Leute unterwegs sind, reicht es natürlich nicht zu sagen, dass man auf dem Bierfest ist. Am besten ist es dann, wenn man genaue Angaben macht, wie zum Beispiel im Bierzelt im Mönchshofbereich, links von Tor acht. Und dann sollte man natürlich warten, bis die Einsatzkräfte da sind, damit man sie zu den Verletzten führen kann".

Ebenso wie die Rettungskräfte vom Roten Kreuz sind auch die Mitarbeiter der Firma SEK "auf Streife", damit sie jederzeit Streit schlichten können. Zu den Hauptzeiten sind 16 Kräfte im Einsatz. Dabei haben sie auch die Möglichkeit, Hausverbote auszusprechen. Aber sowohl die Besucher, als auch der Sicherheitsdienst kennt die Regeln: Wenn jemand nach mehrfachem Hinweis immer noch auf die Tische steigt, die Einsatzkräfte beleidigt oder ansonsten auffällig wird, dann ist ein Hausverbot der einzig richtige Weg. Schmid betont jedoch, dass es im Vergleich zu der großen Anzahl an Gästen wenige Probleme gibt.

Gemeinsam feiern

"Das liegt auch an der fränkischen Mentalität. Die Leute kommen her, um gemeinsam zu feiern, zu sehen und gesehen zu werden. Die Bierfestbesucher treffen sich mit lang nicht mehr gesehenen Freunden und Bekannten." Ein bisschen stolz ist Michael Schmid auch, kann er doch berichten, dass schon seit mehreren Jahren viel für die Sicherheit auf der Bierwoche getan wird, sogar mehr als vorgeschrieben ist.

So gab es in diesem Jahr ein achtseitiges Vorschriftenpaket vom bayerischen Innenministerium für die Sicherheit, dessen Auflagen aber schon seit Jahren erfüllt wurden. Außerdem sind die Wege um das Bierzelt so konzipiert, dass ein zügiger Personenabfluss von 4500 Menschen möglich wäre. Dabei fasst das Zelt 3000 Sitzplätze. Zählungen aus den Vorjahren haben bestätigt, dass mit Stehplätzen 4000 Personen im Zelt Platz finden.
Ein besonders Anliegen hat Michael Schmid auch noch: "Wir sind eine Brauerei - und das Bierfest lebt davon, dass die Leute Bier trinken. Aber es gilt auch hier ‚Don't drink and drive‘. Das ist uns sehr wichtig. Es gibt viele Möglichkeiten, vom Bierfest heim zu kommen."

Bier erst ab 16 Jahren

Außerdem verweist er auf das Jugendschutzgesetz und die Kampagne der deutschen Brauer "Bier? Sorry, erst ab 16". "Und wenn eine Person Bier für Jugendliche unter 16 Jahren kauft, dann ist auch das ein Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz und wird entsprechend geahndet."

"Durch die Möglichkeit der Stadthallennutzung haben wir endlich einen Ort für unsere Einsatzzentrale gefunden, mit dem wir für die nächsten Jahre planen können", dankt Schmid der Stadt Kulmbach. In den Jahren zuvor musste die Einsatzzentrale immer wieder umziehen, da die Räumlichkeiten im Folgejahr häufig anderweitig vermietet waren. Auch für den Krisenfall ist alles vorbereitet, egal ob ein Unwetter kommt oder ein Feuer ausbricht. Michael Schmid: "Für jeden theoretischen Fall haben wir alles, was wir brauchen."