Die Thurnauer Dekanin Martina Beck verabschiedete die verdiente und beliebte Pfarrerin. Sabine Winkler ist eine Pfarrerin, die das Herz auf dem rechten Fleck trägt. In einem Festgottesdienst in Trumsdorf verabschiedete sich die beliebte Seelsorgerin von ihrer Gemeinde. Dabei flossen auch Tränen. Denn viele vermissen die Pfarrerin schon jetzt.


Einzelkämpferin


Ab 1. September wird Winkler die dritte Pfarrstelle in Pegnitz übernehmen. Damit mutiert sie von der Einzelkämpferin, die sie in Berndorf und Trumsdorf war, zu einer Teamplayerin. "Ein Mensch sagt 16 000 Wörter pro Tag", erklärte sie in ihrer Abschiedspredigt. Damit habe sie in Berndorf und Trumsdorf in den vergangenen 15 Jahren allein auf der Kanzel 1,62 Millionen Worte gesagt. Mit jedem einzelnen Wort wollte die Pfarrerin dem Glauben eine Sprache geben. "Worte haben Macht. Sie können klein machen und zerstören, sie können Menschen verändern", sagte sie.

Sie legte in ihrer Abschiedspredigt die Berufung Jeremias aus. Und natürlich kennt sie die "Ach- nö-Haltung" vieler Menschen. Manchmal halte man sich für zu klein, zu jung, zu alt. "Aber Gottes Wort hält dagegen. Gottes Wort hilft gegen Verletzung", so die Pfarrerin.


Für die Menschen da

Sabine Winkler gab offen zu, dass ihr der Abschied von Trumsdorf und Berndorf nicht leichtfalle. "Nur in meinem Heimatort war ich länger als hier. 15 Jahre sind eine lange Zeit, es ist hier viel gewachsen. Ich hoffe, dass ich etwas bauen und pflanzen konnte", sagte Sabine Winkler zum Abschied.

Sabine Winkler wird mit ihrem Mann Thomas und ihrer Tochter Hannah nach Pegnitz ziehen. Auch die Pfarr-Katze kommt mit.


Die Herzen geöffnet


"Sabine Winkler war eine Pfarrerin, die für die Menschen da war", sagte die stellvertretende Landrätin und Landessynodalin Christina Flauder. Sie charakterisierte die scheidende Geistliche als Persönlichkeit, die mit ihrer Herzlichkeit und Fröhlichkeit die Herzen der Gläubigen geöffnet habe. Flauder überreichte einen "Engel to go" für die neue Stelle.

Bürgermeister Martin Bernreuther sagte Danke, weil Sabine Winkler nicht nur Seelsorgerin, sondern auch Managerin, Kommunikatorin und Werbeträgerin für die Religion gewesen sei.

Dekanin Martina Beck segnete die scheidende Pfarrerin und ihre Familie. Auch die Kirchengemeinde und die katholischen Christen verabschiedeten die Pfarrerin mit einem weinenden Auge.
Unter der Regie von Sabine Winkler wurde die Kirche in Berndorf aufwändig saniert. Der Turm habe sich nach vorne geneigt, drohte abzureißen. Außerdem war das Gebäude mit Hausschwamm befallen.


"Ich werde in meinem Herzen viel mitnehmen"


"Ich werde in meinem Herzen viel mitnehmen", versprach die Pfarrerin und feierte anschließend mit der gesamten Gemeinde in der Trumsdorfer Festscheune. Viele wollten persönlich Lebewohl sagen.
Pfarrer Thomas Oehmke verabschiedete Winkler mit einem sehr persönlichen Gedicht.

Sabine Winkler war eine Pfarrerin, die den Trumsdorfern und Berndorfern gleichermaßen ans Herz gewachsen war. Den Festgottesdienst gestalteten der Frauenchor Berndorf, die Posaunenchöre Trumsdorf und Berndorf und Klaus Linhardt an der Orgel aus.

Die Kirchengemeinden Berndorf und Trumsdorfer werden künftig bis auf weiteres vom Pfarrerehepaar Claudia und Ulrich Jobst betreut, erklärte Dekanin Martina Beck noch.