Beermann, zugleich Vorsitzender des Landesverbands der Windenergie, prangert das Geschäftsgebaren des Stromriesen an und kündigte entsprechende Klagen an. Konkret geht es um den Anschluss der beiden neuen Windräder an das Stromnetz. Die Eon gibt vor, dass ein Windrad an die vor zehn Jahren in Betrieb genommene Anlage angeschlossen werden muss und für das zweite eine Zuleitung nach Oberpöllitz geschaffen wird. Aus Kostengründen hätte Beermann beide Anlagen an die KV-Station oberhalb von Sessenreuth angeschlossen. Das aber lehnt die Eon kategorisch ab.

Beermann klingt ein wenig genervt und wirkt abgekämpft, wenn er auf die Probleme mit dem Energieversorger zu sprechen kommt. "Die Eon wollte die Anlagen überhaupt nicht anschließen. Wenn überhaupt, dann nur ganz dicht beim Umspannwerk in Bad Berneck im Gewerbegebiet von Himmelkron. Wir hätten unter der Bahn und auch unter der Autobahn durchgehen müssen - für uns Privatleute praktisch ein unmögliches Unterfangen, ein Kabel zu verlegen. Damit wäre das Projekt gescheitert."

Durch intensive Verhandlungen, so Beermann, sei es endlich gelungen, einen Kompromiss herzubringen. Während sein Unternehmen in der Auslegung des Gesetztes davon ausgehe, beide Anlagen an das KV-Netz unterhalb der Altanlage anschließen zu können, bestehe Eon in Regensburg darauf, dort nur einen Anschluss zuzulassen und den zweiten in einer rund 1500 Meter entfernten und noch zu bauenden Station bei Oberpöllitz vorzunehmen.

"Zeit läuft davon"


Er, Beermann, werde diese Lösung aller Voraussicht nach auch umsetzen, weil ihm "die Zeit davonläuft". Für ihn sei aber auch klar, dass die Eon dann diese Mehrkosten tragen müsse, und die wolle er auch einklagen. Solche Prozesse hat Eon laut Beermann bereits verloren: "Sie hat aber trotzdem gewonnen, nämlich Zeit. In trockenen Tüchern ist nur, dass wir beide Anlagen getrennt anschließen müssen."

Das bedeute aber auch zwei KV-Stationen, von denen eine rund 70.000 Euro koste. Mit den Zuleitungen und weiteren Einrichtungen ergebe sich ein Mehraufwand von über 200.000 Euro. Beermann: "Das müssen dann wieder die Bürger bezahlen, nur weil die Eon sich nicht an das Gesetz hält."