Hochpreisige Fahrzeuge der Marken BMW, Mercedes VW und vereinzelt auch Skoda liegen bei den Dieben im Trend. Das sagt nicht nur die Pressesprecherin im Polizeipräsidium Oberfranken, Anne Höfer, sondern das bestätigte sich auch am Wochenende im Stadtgebiet Kulmbach. Dort klauten bislang unbekannte Täter einen Mercedes GLE AMG im Wert von 100 000 Euro und zündeten ihn am Samstag früh in einem Waldstück zwischen Leuchau und Lindau an - vermutlich, weil sie damit nicht mehr weiterkamen. Außerdem verschwand ein BMW der 3er-Reihe mit Kulmbacher Kennzeichen im Wert von rund 45 000 Euro.

Tatorte: Köditz und Hollfeld

Damit aber nicht genug - am Montag früh schlugen Autodiebe in der Region erneut zu - in Ködnitz bei Hof und in Hollfeld, offenbar mit einem Faible für Produkte der Bayerischen Motorenwerke. Einen wenige Stunden zuvor in Ködnitz gestohlenen schwarzen BMW der 1er-Reihe stoppten Polizeibeamte im sächsischen Bautzen. Zu diesem Zeitpunkt war die Besitzerin noch völlig ahnungslos. Erst durch eine Nachricht der Polizei in Bautzen, dass ihr Wagen dort im Rahmen einer Überprüfung angehalten worden sei, erhielt sie Kenntnis von dem Diebstahl. Der Fahrer war bei der Kontrolle getürmt. Der achteinhalb Jahre alte Wagen hat einen Zeitwert von etwa 10 000 Euro.

Noch ein 1er-BMW

Ebenfalls auf einen acht Jahre alten, braunen 1er-BMW hatten es unbekannte Täter in der Nacht zum Montag in Hollfeld abgesehen. Das ungefähr gleichwertige Fahrzeug mit den Kennzeichen "BT-UU 8888" stand in der Kulmbacher Straße. Der Diebstahl wurde in der Zeit zwischen Sonntag, 21.30 Uhr, und Montag, 6.45 Uhr, verübt. Nachdem der Eigentümer den Verlust des BMW bemerkt hatte, verständigte er die Polizei Bayreuth-Land, deren Beamte trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung das Fahrzeug nicht mehr auffinden konnten.

Ermittler der Kripo Bayreuth übernahmen den Fall und suchen nun nach Zeugen. Wer in der fraglichen Zeit in der Kulmbacher Straße in Hollfeld verdächtige Personen wahrgenommen oder das Auto gesehen hat, wird gebeten, sich unter der Nummer 0921/5060 zu melden.

Ob diese Diebstähle mit den beiden Kulmbacher Fällen zusammenhängen, wird laut Polizeisprecherin Anne Höfer geprüft. Eine konkrete Aussage dazu sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber noch nicht möglich.

Anders verhält es sich mit dem spektakulären Diebstahl des 100 000 Euro teuren AMG-Mercedes und des Dreier-BMW am Samstag in Leuchau und Forstlahm. "Hier gehen wir aufgrund neuer Erkenntnisse von einem Zusammenhang aus, das kann man jetzt sagen", so Höfer, die die Frage nach einer "heißen Spur" gestern aber noch offenlassen wollte.

Spurensuche in der Asche

Dies nicht zuletzt deshalb, weil die Ermittlungen noch andauern. So wurde der Mercedes abgeschleppt und sichergestellt, ebenso der Brandschutt aus dem Waldstück zwischen Leuchau und Lindau. "Die Spurensuche dürfte noch etwas Zeit in Anspruch nehmen", sagte die Polizeisprecherin.

Zur Frage nach der möglichen Herkunft der Täter machte Höfer keinen Hehl daraus, dass die meisten Autodiebstähle von Kriminellen aus Ost- und Südosteuropa verübt werden, die teilweise "sehr konspirativ arbeiten" und in Banden organisiert seien, die auf Bestellung ausgesuchte Fahrzeuge entwenden. Die Fluchtrouten könne man nicht verallgemeinern, natürlich würden Schnellstraßen und Autobahnen bevorzugt, oft aber auch alles getan, um mit Stopps und Umwegen Spuren zu verschleiern. Höfer: "Es überrascht nicht, dass der in Köditz gestohlene BMW in Bautzen gestoppt wurde." Von dort aus sind es nur noch 50 Kilometer zu polnischen Grenze.

Auch mit dem Aufbruch zweier Firmenfahrzeuge hatte es die Polizei zwischen Freitag und Samstag zu tun. In Marktschorgast schlug ein bislang unbekannten Täter auf dem Gelände der Firma BSA in der Bernecker Straße die Seitenscheibe eines Renault-Montagebusses ein und ließ diverse Werkzeuge im Wert von rund 5000 Euro mitgehen. Und in Bayreuth machten sich Ganoven auf dem Gelände einer Elektroinstallationsfirma in der Dieselstraße an zwei Ford Transit zu schaffen. Sie schlugen die Heckscheiben der Fahrzeuge ein und verursachten einen Sachschaden von etwa 700 Euro an. Mit Bohr- und Fräsmaschinen im Wert von einigen tausend Euro gelang den Tätern dann unbemerkt die Flucht.

"Ganz andere Zielrichtung"

Laut Anne Höfer können diese beiden Taten mit den Autodiebstählen aber nicht in einen Topf geworfen werden. "Das ist eine ganz andere Zielrichtung, da geht es nur um das hochwertige Werkzeug."

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