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Kulmbach
Messe

Ausbildungsmesse in Kulmbach: "Wichtige Plattform der Berufsorientierung"

Die 26. Kulmbacher Ausbildungsmesse am Samstag im Beruflichen Schulzentrum Kulmbach war ein voller Erfolg. 110 Aussteller aus Industrie, Handel, Handwerk, Verwaltung und den Behörden gewährten Einblicke in eine Vielzahl an Ausbildungsberufen oder dualen Studiengängen.
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In der Holzwerkstatt durften die jugendlichen Besucher der 26. Kulmbacher Ausbildungsmesse ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Alle Fotos: Stephan Stöckel.
In der Holzwerkstatt durften die jugendlichen Besucher der 26. Kulmbacher Ausbildungsmesse ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen. Alle Fotos: Stephan Stöckel.
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Darius Sammet sägt, dass es eine wahre Pracht ist. Zur Freude von Innungsobermeister Gerhard Gack, der voll des Lobes über den 14-Jährigen aus dem Mainleuser Ortsteil Schmeilsdorf ist: "Alle Achtung! Du gehst engagiert und flott zu Werke". Aus dem Jugendlichen könnte einmal ein gestandener Schreiner werden, ist sich Gack sicher. Wie denkt Darius darüber? "Das Arbeiten mit Holz bereitet mir große Freude. Der Werkunterricht in der Schule zählte zu meinen Lieblingsfächern. Bei einer handwerklichen Tätigkeit sieht man am Ende, was man Schönes mit seinen Händen geschaffen hat und kann sich darüber freuen."

Im Gang, der zur Holzwerkstatt führt, staunen derweil die Besucher über die Kreativität der jungen Menschen, die anlässlich der 26. Kulmbacher Ausbildungsmesse ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten.
Die Schreinerinnung Kulmbach hatte zum Kreativwettbewerb aufgerufen und Pennäler aus insgesamt neun Schulen machten mit. In Heimarbeit erschufen die jungen Leute unter anderem ein buntes Vogelhäuschen, ein praktisches Notenpult und eine pfiffige Wohnzimmergarnitur im Miniaturformat.

Die Kulmbacher Ausbildungsmesse am Samstag im Beruflichen Schulzentrum Kulmbach ist wieder ein voller Erfolg. 110 Aussteller aus Industrie, Handel, Handwerk, Verwaltung und den Behörden gewähren einen Einblick in eine Vielzahl an Ausbildungsberufen oder dualen Studiengängen. "Früher hatten wir 85 bis 90 Aussteller. Jetzt bewegen wir uns stabil bei 105 bis 110 Ständen. Die Kulmbacher Ausbildungsmesse ist für viele junge Leute zu einer wichtigen Plattform der Berufsorientierung geworden. Das haben auch viele Chefs erkannt", würdigt Landrat Klaus Peter Söllner die Bedeutung der Veranstaltung.

Einer, der diese Plattform nutzt ist der 16-jährige Realschüler Carl-Loui Rziha. Der Kulmbacher hat bereits konkrete Vorstellungen, was er später einmal machen möchte. Sein Berufswunsch: Bundespolizist. "Ob Luftrettung, Grenzsicherung oder Dienst am Flughafen - die Bundespolizei biete ein breites Spektrum an spannenden Aufgabengebieten. Durch meinen Dienst als Polizist könnte ich zudem einen Beitrag zur Bewältigung der Flüchtlingskrise leisten." In Stefanie Hempfling findet der junge Mann eine kompetente Ansprechpartnerin: Die Polizeioberkommissarin klärt ihn über die verschiedenen Aufgabenbereiche und Aufstiegsmöglichkeiten bei der Bundespolizei auf.

Aber auch Lehrlinge geben ihre in Betrieb und Berufsschule erworbenen Kenntnisse gerne an die Schüler weiter. Zu ihnen zählt Lukas Reuther aus Neudrossenfeld. Der angehende Mechatroniker für Kältetechnik lockt die Jugendlichen mit Soft-Eis an sein Modell über den allgemeinen Kältekreislauf. "Es ist das Grundprinzip, nach dem alle Kälte- und Klimaanlagen sowie Wärmepumpen funktionieren", erklärt er fachmännisch. "Ich gebe mein Wissen über einen interessanten, spannenden und vielseitigen Beruf gerne an andere weiter. Das dient der Nachwuchsgewinnung. Wer weiß, vielleicht sehe ich ja den einen oder anderen im nächsten Ausbildungsjahr bei uns in der Firma." Spricht's und widmet sich dem nächsten Interessenten.

Gedanken über die Nachwuchsgewinnung macht sich auch Oberstudiendirektor Joachim Meier vom Beruflichen Schulzentrum Kulmbach. Er überrascht bei der Eröffnung der Messe mit einem ungewöhnlichen Vergleich: Er vergleicht den Ausbildungsmarkt mit einem Konto und gelangt zu der Erkenntnis: "Wenn die Unternehmen genügend Lehrlinge haben, dann ist ihr Ausbildungsmarktkonto im Haben. Sind aber die Bewerber in der Minderzahl, dann rutscht ihr Konto ins Minus und der Ausbildungsdispo wird teuer. Die Messe reduziert die Kosten erheblich, denn sie ist die preiswerteste Möglichkeit, neue Auszubildende zu gewinnen."

Für MdL Emmi Zeulner zeige die Messe, dass Oberfranken über viele Ausbildungsmöglichkeiten verfüge, die den jungen Leuten Perspektiven biete, hier in der Heimat zu bleiben. Für Staatssekretär Stefan Müller vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ist die duale Ausbildung eine tragende Säule des wirtschaftlichen Erfolges in Deutschland.

Auch der momentane Zustrom an Flüchtlingen war ein Thema bei der Messe. Obermeister Hans Schwender aus Thurnau von der Innung Spengler-, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik riet jungen Flüchtlingen in einem Vortrag parallel zu einem Deutschkurs ein erstes Praktikum zu absolvieren. MdL Martin Schöffel warnte vor zu großen Hoffnungen, was die Beschäftigung von Flüchtlingen anbetreffe: "Bei der Bundesagentur für Arbeit sind derzeit von 1000 Flüchtlingen 400 arbeitssuchend gemeldet. Davon können 36 in eine Ausbildungs- oder Berufsverhältnis einsteigen. Das zeigt, welch gigantische Aufgabe vor uns steht."

Für Oberbürgermeister Henry Schramm zeigt die Messe, dass Ausbildung hoch im Kurs stehe, und für Dr. Michael Pfitzner vom Arbeitskreis Schule/Wirtschaft werde mit der Messe ein Prozess der Berufsorientierung angestoßen und fortgeführt.
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