Nur noch wenige Wochen, dann hat Alina Gack (16) die Realschule hinter sich. Passieren kann ihr nicht mehr viel, sagt sie - und lässt sich nicht verrückt machen. Lächelnd, entspannt und so, als ob sie schon Ferien hätte, streichelt sie ihren Hengst "Prinz". Das gehört für sie dazu. "Im Moment bin ich nicht so oft im Reitstall", erklärt die 16-jährige Pferdenärrin und lacht. Denn nicht Schulstress und Prüfungsdruck sind schuld, sondern "Prinz" hat gelahmt.

Für die Realschülerin sind Pferde das Wichtigste im Leben. Neben "Prinz" hat ihre Familie noch das Pony Maximillian - es ist schon mindestens 23 Jahre alt - sowie "Magic Yellow" und den Hengst Leonardo. Papa Bernd Gack hat früher Kutsche gefahren, auch Alinas Mama reitet. Der Bruder Jonathan hat soeben Erfolge beim Vierkampf (Schwimmen, Laufen, Springen mit dem Pferd und Dressur) gefeiert. Alina ist genau so pferdenärrisch wie der Rest der Familie.
Ausreiten und Pferdepflege gehören für sie zum Alltag.

Hin und wieder lernt Alina Gack sogar auf dem Rücken ihres Pferdes. "Ich nehme manchmal einen Zettel mit und lerne im Stall oder wenn ich im Schritt reite", erzählt sie und findet das eigentlich die beste Art, den Schulstoff zu verinnerlichen. In den nächsten Wochen wird das wohl häufiger der Fall sein, denn jetzt geht es um den Endspurt. Die 16-jährige Mainleuserin findet, dass Reiten genau der richtige Ausgleich zur Schule ist. Denn bei der Stallluft bekommt sie am besten den Kopf frei.

So gut wie möglich

Alina Gack beendet in diesem Jahr die Realschule. Es sieht gut aus für sie. "In den letzten Wochen haben wir immer eine Schulaufgabe pro Woche geschrieben, jetzt stehen noch Physik und Mathe aus. Ich muss natürlich noch etwas tun", weiß sie, denn sie möchte so gut wie möglich sein. Die Naturwissenschaften sind ihre Lieblingsfächer. "In Physik stehe ich zwischen zwei und drei, da will ich noch auf eine Zwei kommen", erklärt die ehrgeizige Schülerin. Und in Mathe kann eigentlich nicht wirklich etwas passieren: Denn in Mathe hat Alina bis jetzt einen Durchschnitt von 1,1. Eine Note, von der die meisten nur träumen können.

Schon ihr Zwischenzeugnis war mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,36 nicht übel, doch Alina Gack hat Ambitionen und möchte einige Noten, die nicht so toll waren, noch verbessern. Wie genau ihre Zukunftsplanung aussieht, möchte sie im Moment noch offen lassen. Sicher ist lediglich, dass sie in jedem Fall weiter zur Schule gehen möchte, deshalb hat sie auch keine einzige Bewerbung geschrieben. Aber die 16-Jährige ist noch unschlüssig, ob sie die Einführungsklasse fürs Gymnasium besuchen soll oder ob sie auf die FOS geht. "Ich bin noch am Überlegen, von den Noten her geht beides. Ich habe mich auch für beides vorangemeldet, aber mit der echten Anmeldung habe ich ja noch Zeit bis Juli", überlegt Alina Gack noch.

Schon mal am Gymnasium

Sie war bereits zwei Jahre am Gymnasium. Dann hatte sie sich die Hand gebrochen, musste zwei bis dreimal pro Woche zur Physiotherapie - und ist dann vom Gymnasium an die Realschule gewechselt. Vorsorglich. Und ganz nebenbei konnte sie ihrem Lieblingshobby, dem Reiten, nachgehen - ohne allzu großen Stress. Bereut hat sie den Wechsel nicht. Es war die richtige Wahl, ist sich Alina Gack sicher. Und trotzdem überlegt sie nun, doch noch den Weg zum Abi zu gehen.

"Wie es weiter geht, das muss meine Tochter selbst entscheiden", meint Papa Bernd Gack, der seine Tochter überhaupt nicht unter Druck setzt. Er akzeptiert ihre Entscheidung, egal, wie sie ausfällt.