Anselstetter, der seit 1970 Sozialdemokrat ist, stellte fest, dass die Wirsberger SPD die Wiege seiner Gestaltungskraft sei: "Sie ist die älteste Bürgerpartei, die in Wirsberg seit 140 Jahren Tradition und Moderne erfolgreich verbindet. Unsere SPD ist die glaubwürdigste und verlässlichste Heimatpartei, die seit 1874 ihr Bestes für Wirsberg und seine Bürger gibt."

Bürgernähe als Markenzeichen

Als sein wichtigstes Markenzeichen nannte Anselstetter die Bürgernähe: "Ich bin ein Bürgermeister für alle, ich bin täglich ansprechbar. Ich habe im Rathaus weder ein Vorzimmer noch gibt es Anmeldebedingungen. Wer an meine Tür klopft, findet Einlass. Und wer mich anruft, bekommt umgehend einen Termin.
Für mich sind die Gespräche mit der 97-jährigen Uroma genauso wichtig wie die mit dem erfolgreichen Unternehmer, der freundlichen Verkäuferin oder dem tüchtigen Azubi."

Sein Tag als Bürgermeister beginne seit 36 Jahren pünktlich um 7 Uhr im Bauhof. Nach seiner Pensionierung als Hauptschullehrer könne er sich als ehrenamtlicher Ganztagsbürgermeister mehr denn je um die An-liegen der Bürger kümmern. "Die 70-Stunden-Woche ist für mich keine Seltenheit. Ich kenne kaum ein freies Wochenende. Ich lebe für dieses wunderschöne Stück Heimat. In den letzten Tagen sagte eine junge Bürgerin zu mir: Werschbärch is geil! Da möcht ich nie weg! Und das ist auch meine Meinung."

Als Gold wert bezeichnete der Bürgermeister seine Erfahrung: "Mein jahrzehntelanges Engagement als Gemeinderat, Bürgermeister und Kreisrat hat mir einen großartigen Erfahrungsschatz beschert." Diesen habe er sich aber hart erarbeiten müssen, betonte er, und belegte dies mit Beispielen. So habe er mit Franz-Josef Strauß gefochten, um die Selbstständigkeit Wirsbergs zurückzuerobern, er habe 16 Jahre für die Dorferneuerung in Weißenbach gekämpft, beim Auweg habe er 18 Jahre dicke Bretter gebohrt, damit der Weg zum Sportplatz asphaltiert wurde, und er habe fast 20 Jahre geackert, um den Radweg nach Himmelkron zu bekommen.

"Manchmal", so Anselstetter, "gab es auch Rückschläge, aber ich bin immer wieder aufgestanden, um Behörden und Politiker mit guten Argumenten für neue Lösungen zu gewinnen. Ich bin kein Bürgermeister, der machtvolles Regieren und glanzvolles Repräsentieren in den Vordergrund stellt. Ich bin ein kommunalpolitischer Arbeiter, der sein Handwerk versteht und täglich dazulernt."

25,3 Millionen investiert

Auch die Leistungsbilanz des Gemeinderats in der zurückliegenden Amtszeit zeigte der Bürgermeister auf. Während 1978 die Kreditverpflichtungen bei 1,42 Millionen Euro betrugen, lägen sie derzeit bei 2,45 Millionen Euro, allerdings bei einer Rücklage von 600  000 Euro und einer Gesamtinvestition von 25,3 Millionen Euro in den zurückliegenden 35 Jahren.