Der 24-Jährige war als "Kolonnenspringer" am 30. September 2011 in den Mittagsstunden auf der B 289 zwischen Kulmbach und Kauerndorf unterwegs. Mit bis zu 150 Sachen startete der Mann mit seinem BMW waghalsige Überholmanöver, scherte vor dem sich nahenden Gegenverkehr zwischen anderen Autos wieder auf die eigene Fahrbahn ein. Kurz vor Kauerndorf passierte es: Nachdem ein VW Golf gerade noch auf die Standspur ausweichen konnte, krachte der BMW frontal in einen entgegenkommenden Opel Corsa. Opel Corsa und BMW sind nach dem Crash nur noch Schrott wert. Die Opelfahrerin wurde glücklicherweise nicht schwer verletzt.


"Grob fahrlässig"



In der Gerichtsverhandlung bezeichnen es Zeugen, die teils selbst gefährdet wurden, als glücklichen Umstand, dass es nicht schon bei einem der ersten Überholmanöver zum Unfall gekommen ist. "Ich habe ihn im Rückspiegel gesehen. Er ist grob fahrlässig gefahren", erklärte ein Mann, der am Steuer eines Kleintransporters saß. Der "Kolonnenspringer", der heute 24 ist, hat die ersten Überholmanöver selbst als nicht gefährlich eingeschätzt. Er entschuldigte sich aber bei allen, die er gefährdet und verletzt hat. "Ich habe an dem Tag Scheiße gebaut."

Sein Verhalten wollte auch der Verteidiger, Rechtsanwalt Harald Hübner, nicht schön reden . Er forderte eine sechsmonatige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Neun Monate forderte Staatsanwaltschaft David Baasch, der von drei Vergehen der vorsätzlichen Straßenverkehrsgefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung sprach. Richterin Sieglinde Tettmann schloss sich der Forderung des Staatsanwalts an. Die neunmonatige Freiheitsstrafe, die sie verhängte, wurde auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Außerdem muss der 24-Jährige 1200 Euro an das THW zahlen.