Zu fasten muss nicht zwingend bedeuten, auf etwas zu verzichten. Die Kirchen laden auch in diesem Jahr in Form von ökumenischen Alltagsexerzitien wieder dazu ein, sich täglich eine persönliche Auszeit in den Wochen vor Ostern zu nehmen.

"Alltagsexerzitien sind ein Angebot, für eine halbe Stunde am Tag bewusst in die Stille zu kommen", erläutert Barbara Wagner, Geistliche Begleiterin im Evangelisch Lutherischen Dekanat die Praxis. Exerzitien bedeute übersetzt nichts anderes als "Üben".

Sie selbst stelle fest, dass viele Menschen auf der Suche nach sich oder einem Sinn seien. "Die Alltagsexerzitien sind für Menschen geeignet, die die Fastenzeit dazu nutzen möchten, mehr ins Innere zu gehen", sagt Barbara Wagner. Neben den verschiedenen Varianten, nach außen hin zu fasten, wie es sich beispielsweise im Verzicht auf Plastik oder Süßigkeiten äußern kann, böten die Exerzitien eine ergänzende Möglichkeit für ein inneres Fasten. "Es geht darum, sich auf die Stille einzulassen", so Barbara Wagner.

Fastenzeit als Impuls

Impulse, die in einem Exerzitienbuch gesammelt sind, führen dabei durch die kommenden sieben Wochen. Diese Impulse können kurze Texte aus der Bibel, Gebete oder Bilder sein, stehen thematisch aber unter dem diesjährigen Oberthema "Vernetzt und verbunden". "Auch kleinere Aufträge können dabei sein, wie aufmerksam die Natur zu betrachten", gibt Bärbel Janzing, Pastoralreferentin im Seelsorgebereich Kulmbach Stadt und Land, ein konkretes Beispiel.

Das Besondere an den Alltagsexerzitien sei außerdem die Möglichkeit, die Gebetszeiten in den Alltag zu integrieren, statt abgeschottet davon Zeit in einem Kloster zu verbringen, sagt Bärbel Janzing. Die Fastenzeit eigne sich dafür besonders gut, da sie für viele einen Impuls bedeutet "Exerzitien kann man eigentlich zu jeder Zeit durchführen. Die Fastenzeit liefert dafür aber einen Anlass, der einen Beginn erleichtert", so die Pastoralreferentin.

Gruppentreffen in den Gemeinden

Um sich mit anderen auszutauschen und verschiedene Perspektiven auf den Glauben in dieser Zeit zu erhalten, bieten mehrere Gemeinden deshalb Gruppentreffen an, die einmal in der Woche stattfinden.

Barbara Wagner leitet als Geistliche Begleitung auch die Gruppe der St. Petri-Gemeinde in Kulmbach. Sie weiß, dass viele oftmals auch länger an einem Impuls hängen bleiben und dieser sie weiter beschäftigt. "Deshalb gibt es pro Woche nur fünf Impulse", sagt sie. So habe jeder einzelne auch die Möglichkeit, sie sich im Alltag leichter einzuplanen.

Zentrale Eröffnungsfeier

Der zentrale Eröffnungsgottesdienst der ökumenischen Alltagsexerzitien findet am 8. März um 18 Uhr in der Thurnauer St.-Laurentius-Kirche statt. Ihr Kommen zugesagt haben auch Regionalbischöfin Dorothea Greiner und Erzbischof Ludwig Schick.

Musikalisch beteiligt sind an der Feier die vereinigten Chöre der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden Thurnau unter der Leitung von Ulrike Heubeck.

Im Gottesdienst besteht die Möglichkeit, eine persönliche Segnung zu empfangen. "Gestalten Sie die Fastenzeit ganz bewusst und gönnen Sie sich eine Auszeit für Ihre Seele", heißt es in der Einladung.

Nach dem Gottesdienst ist ein öffentlicher Empfang im Gemeindezentrum Lichtblick in Thurnau vorgesehen.

Die Dekanate Kulmbach und Thurnau bieten neben der persönlichen Besinnung und Meditation fünf Gruppenabende zum Austausch und Gebet an. Hier jeweils die Tage mit den Anfangszeiten für das Dekanat Thunau:

Montag, 11. März: Kulmbach, Kreuzkirche, Gemeindehaus, um 20 Uhr; Kulmbach, St. Hedwig, Gemeindesaal, 20.Uhr; Kulmbach, St. Petri, Burggut, Waaggasse 5, 19 Uhr; Kasendorf-Heubsch, Feuerwehrhaus 9.30 Uhr; Thurnau-Hutschdorf, An der Rottlersreuther Straße 2, 20 Uhr; Thurnau-Hutschdorf, Fachklinik, 19 Uhr; Hollfeld-Drosendorf, Alte Schule, 19.30 Uhr.

Dienstag, 12. März: Mainleus, katholisches Pfarrheim, 19 Uhr; Stadtsteinach/Untersteinach, katholisches Pfarrheim St. Michael, 20 Uhr.

Mittwoch, 13.März: Kulmbach-Mangersreuth, Gemeinderaum, 10 Uhr.

Donnerstag, 14.März: Weismain, Christuskirche, 19.30 Uhr; Thurnau, Lichtblick, um 19.30 Uhr; Kasendorf, evangelisches Gemeindehaus, 19 Uhr; Krögelstein, Jugendheim, 19 Uhr.

Freitag, 15.März: Kulmbach, Gemeinschaft i.d. Kirche, Weltrichstraße, 20 Uhr; Thurnau, Lichtblick, 16 Uhr (mit Betreuung von Kleinkindern in Absprache).

Infos gibt es bei den jeweiligen Dekanatsbeauftragten: Pfarrer Jürgen Singer, Kulmbach, Telefon: 09221/6207 und Volkmar Schulze, Thurnau, Telefon: 09228/8423