Noch arbeiten die Handwerker an allen Ecken und Enden, doch bis Pfingstsamstag wird alles fertig sein: Pünktlich um 9 Uhr wird das Deutsche Dampflokomotiv-Museum neu eröffnet, wie Landrat Klaus Peter Söllner gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch bekannt gab. Die bevorstehenden Pfingstdampftage versprechen wieder ein besonderes Highlight für Eisenbahnfreunde in ganz Deutschland und darüber hinaus zu werden. Denn nicht weniger als acht Dampfsonderzüge werden während der Feiertage im Bahnhof Neuenmarkt-Wirsberg eintreffen.

"Es ist eigentlich ein neues Museum, dass nun präsentiert wird", sagte Söllner. Das reiche von der Freiflächengestaltung mit städtebaulicher Anbindung über die Sanierung und Umgestaltung des Ringlokschuppens und Errichtung eines Depots, der Museumsdidaktik und Installation eines Reaktiven Informationssystems bis hin zum Bau eines Museumsbahnsteigs, dem früheren "Fallser
Steg". Schirmherr der Neueröffnung ist Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer, der das DDM aber erst zu einem späteren Zeitpunkt besuchen könne.
Integraler Bestandteil des Museums ist nach den Worten des Landrats das Depot, das bereits im vergangenen Jahr fertiggestellt worden sei: "In dem Gebäude haben wir endlich die Möglichkeit, die zahlreichen Exponate, die sich nicht in der Ausstellung befinden, auch ordentlich unterzubringen." Darüber hinaus sei aber auch das gesamte Außengelände neu gestaltet und in das historische Umfeld gestellt worden. Söllner: "Wir schaffen ein Eisenbahn-Erlebnis mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft."

Pädagogik war Schwachpunkt

Das DDM, so Söllner weiter, sei nach museumspädagogischen Überlegungen neu konzipiert worden. Das nämlich sei bislang ein Schwachpunkt gewesen, denn Vieles habe "charmante Züge der Sammlung und des ungeordneten Nebeneinanders" getragen. Der Zweckverband habe sich aber auch bemüht, eine Beziehung zwischen dem Eisenbahnerdorf Neuenmarkt und dem DDM herzustellen. Damit werde auch die Gemeinde auf den Weg gebracht.

"Schiefe Ebene" in Szene gesetzt

Über das "Leader"-Projekt werde zudem die "Schiefe Ebene" als bedeutendste Steilstrecke für Eisenbahnen in ganz Deutschland in Szene gesetzt. "Wir haben sie bereits im Modell in unserem Museum, aber jetzt wollen wir dazu beitragen, dass die Menschen, die sich für Industriegeschichte interessieren, dies auch erleben können."
Am Pfingstsamstag soll vor allem die gelungene Umgestaltung des Ringlokschuppens präsentiert werden. Söllner stellte fest, dass rund 7,5 Millionen Euro aufgewendet wurden, um ein neuzeitliches Museum zu schaffen: "Wir hatten enormen Nachholbedarf. Die Investitionen waren richtig. Unser Dampflokomotiv-Museum nimmt Fahrt auf, wir sind für die Zukunft gerüstet und wir sind auch stolz darauf, weil es ein ambitioniertes Projekt war."
Bezirksheimatpfleger Günter Dippold sprach von einem gewaltigen Vorwärtsschub des Museums: "Ich kann nur sagen, dass ich mich unbändig freue über das, was ich gesehen habe und war ich noch am kommenden Samstag zu sehen bekomme. Ich freue mich auch deswegen, weil es ein persönliches Anliegen ist, denn ich bin selber ein Eisenbahner-Sohn."

Für ein breites Publikum

Ein Museum hat Meinung Dippolds die Aufgabe, Objekte zu bewahren. "Die Sammlung besticht jeden Besucher durch die Objekte, aber so richtig genießen konnte man sie bis vor einigen Jahren nur dann, wenn man ein gerüttelt Maß an Wissen von zu Hause mitbrachte", sagte der Bezirksheimatpfleger und gestand, dass auch er zu der Gruppe derer gehörte, die gesagt haben: "Da muss mal was passieren hin zu einem breiteren Publikum." Die Sammlung sollte nicht nur Eisenbahn- und Dampflok-Fans bedienen, sondern auch viele andere, die sich von dieser sichtbar funktionierenden Technik faszinieren lassen wollen. Dippold: "Das ändert sich nun, und diese Wandlung wird am Samstag offenbar werden, wenn erklärt wird, dass die Objekte plötzlich mit Leben erfüllt werden."

Bürgermeister Siegfried Decker betonte, dass Wert auf Qualität und auf das Eisenbahn-Erlebnis gelegt wurde: "Sie können hier ein Stück Eisenbahngeschichte und Maschinenbautechnik in einem einmaligen Ambiente erleben."

Architekt Harald Schramm stellte fest, dass sein Büro bei den Planungen im baulichen Bereich authentisch geblieben ist, "um die Spuren der Zeit zu zeigen".