Von Austin in Texas in das kleine Dorf Langenstadt im Rotmaintal und von dort weiter in die Schweiz. Wieder einmal erwies sich die Gaststätte "Zur Linde" als Kleinkunstbühne mit gutem Ruf, war sie doch Zwischenstation auf der Konzertreise von Albert & Gage.

Pure Improvisationslust


Das international bekannte Duo, verstärkt durch David Carroll am Bass, erfüllte bei seinem Auftritt Großstadterwartungen, servierte Folk, Country, Blues und etwas Rock in einer bemerkenswerten Authentizität - gemischt mit einer Menge an Individualismus und purer Improvisationslust.
Für knapp drei Stunden wurde Südstaaten-Feeling geboten. Die Musiker spielten sich fast in einen Rausch, agierten, als hätten sie in Langenstadt einen Preis zu gewinnen, versetzten die Zuhörer vom ersten Ton an in eine leichte Art der Trance. Man war fasziniert von der mitreißenden Fröhlichkeit, der melancholischen Tiefe und dem Schalk zwischen den Takten.
Chris Gage an der Gitarre konnte in exzellenter Grifftechnik noch die innersten Intervalle deutlich machen, groovte sich durch alle Tonlagen und zauberte auf dem Klavier in Fingerschnelle, nie überbordend, aber mit einem Tempo und einer Virtuosität, die Zwischenbeifall zur steten Begleiterscheinung werden ließ. Auch stimmlich exzellent ergänzte er sich mit seiner Partnerin Christine Albert ideal.
Es war diese Yankee-Mentalität, die Folk-Welten erschloss.
Die Eigenkompositionen "Coming home" oder "Let the castle fall" trafen den Zuhörer ins Herz.
Einmal herrschte Stille im Saal dann gab es wieder frenetisches Mitklatschen und Mitwippen und spontane Beifalls-Zurufe. Auch ein kleiner Ausflug in europäische Gefilde wurde mit den Chansons "La Mer"und "La Vie en Rose" unternommen.

Melancholischer Abschied


Und es gab auch noch einen melancholischen Abschied in der Zugabe mit "Forever young" von Bob Dylan.
Es war ein unvergesslicher Abend, der dem Kulturverein Neudrossenfeld zu verdanken war.