Bei ganz und gar nicht afrikanischen Temperaturen, doch mit umso mehr afrikanischer Gelassenheit öffnete sich am Sonntagabend mit 20 Minuten Verspätung die Trebgaster Bühne für Adjiri Odemetey und seine Band. "Ich darf hier heute mit meiner Big Band spielen", scherzte der Künstler gleich zu Beginn des Konzerts und verwies dabei auf seine beiden Bandmitglieder, die ihn an diesem Abend an verschiedenen Schlag- und Trommelinstrumenten begleiteten.

Und sogleich legte das Trio mit harmonischen, afrikanisch anmutenden Gitarrenklängen los, stimmte Adjiri Odemetey das Publikum mit seiner samtig-erdigen Stimme mit ein.

Die Füße wippten gleich mit

Bereits ab dem ersten Lied wippten die Füße der Zuhörer mit, und spätestens ab dem zweiten Song saß keiner der Zuhörer mehr wirklich ruhig auf seinem Platz. Und das lag nicht nur an den kalten Temperaturen an diesem Abend. Der ghanaische Musiker schaffte es, ein Stück Afrika nach Trebgast zu bringen. "Do you like it?", fragte er sein Publikum zwischendurch, das begeistert applaudierend zustimmte.

Odemetey spielte im ersten Programmteil vorwiegend ruhigere Stücke und stellte zwischendurch auch traditionelle, afrikanische Instrumente vor. So zum Beispiel die Mbira, eines der ältesten Instrumente, die es in Zimbabwe gibt, und deren metallischer Klang zu einem Ausflug in die weiten Steppen Afrikas einlud.

Klangkörper aus einem Kürbis

Und auch die Kora wusste Odemetey zu spielen, ein harfenähnliches Instrument, dessen Klangkörper aus einem Kürbis gebaut wird. "Ich nutze das Instrument auch für etwas anderes", witzelte der Musiker weiter. "Die Saiten sind aus Angelschnur, und wenn mir langweilig ist, baue ich sie einfach ab und gehe Fischen." Savanna Swing hieß das folgende Stück, das auch auf seinem neuen Album zu hören ist.

Nach der Pause stiegen die drei Musiker sehr viel rhythmischer, lauter und schneller ein, banden das Publikum durch Mitsingen und "Klatschspiele" aktiv ins Konzert ein, und der ein oder andere erhob sich sogar von seinem Platz, um zu tanzen. Schade nur, dass im Verhältnis zum reichhaltigen Platzangebot der Naturbühne recht wenig Zuhörer gekommen waren, was durchaus auch an den kühlen Temperaturen gelegen haben mag. In jedem Fall ist es Adjiri Odemetey wert, vor vollen Sälen zu spielen, doch auch der Abend auf der Naturbühne war ein schönes, wenngleich auch kühles Erlebnis, bei dem es zeitweise sogar zu regnen aufhörte.