Adelheid Wich ist 63 Jahre alt. Sie ist kaufmännische Angestellte in einem Steuerbüro in Bayreuth und engagiert sich als Vorsitzende der Awo Mainleus. Doch Adelheid Wich hat seit einigen Jahren noch ein Hobby: Pistolenschießen. Und das hat ihr jetzt zu einem Titel verholfen, von dem sie nicht einmal zu träumen gewagt hat. Adelheid Wich ist mit einem sagenhaften Teiler von 8,78 Bezirksschützenkönigin beim Gauschießen geworden.

Ihr 1. Ritter ist Alexander Schmöller (SG Rödental), der einen 17,4 Teiler erreichte, 2. Ritter Christian Walter (SV Zur Linde Speichersdorf) mit einem 18,1 Teiler. Jugendbezirkskönigin ist Teresa Hagen von der SG Funkendorf, die einen 43 Teiler schoss.
Als ihre Ritter stehen ihr Florian Pickel (SG Mühlhausen, 57,7 Teiler) und Patrick Bauer (SG Bad Berneck, 64,6 Teiler) zur Seite.


Eine erfolgreiche Familie

Ein Riesen-Erfolg, kommentiert Adelheid Wichs Ehemann. Und Konrad Wich (67) muss es wissen. Denn er ist auch ein begeisterter Pistolenschütze. Aber zu so hohen Ehren hat er es noch nicht gebracht. Die Tochter allerdings schon. Denn Stefanie Wich war mehrmals Jugendkönigin in Stadtsteinach und Mainleus und sogar Deutsche Meisterin im Zimmerstutzenschießen.

"Eigentlich fing alles damit an, dass unsere Tochter Stefanie schießen wollte. Mein Mann ist dann immer mit unserer Tochter nach Stadtsteinach gefahren", erzählt Adelheid Wich. Und als die Tochter außer Haus war, hat der Mann dann die Ehefrau fürs Schießen begeistern können.

"Eigentlich sollte ich mehr üben. Aber ich habe nicht so viel Zeit", sagt Adelheid Wich. "Aber wenn ich mal in Rente bin, dann übe ich mehr", nimmt sie sich vor. "Aber eine Ehre ist das natürlich schon. Schon allein die Kette...." , schwärmt Adelheid Wich und lässt ihren Mann die riesengroße Schatulle mit der Ehrenkette aus dem Auto holen. Konrad Wich kommentiert mit einem Schmunzeln: "Seitdem sie Königin ist, hat sie auch ihre Diener."

Die Königinnenkette ist mehrere Kilo schwer. Sie besteht aus vielen Medaillen. "Eine Medaille werde ich stiften", verrät Wich. Außerdem hat sie noch eine Scheibe, die hängt zu Hause an einem Ehrenplatz und führt Adelheid Wich selbst immer ihre Super-Leistung vor Augen. Denn mit Glück hat der Treffer auf der Königsscheibe nichts zu tun. Jeder Schütze hat nur einen Schuss, und der beste Treffer gewinnt.

Die prächtige Scheibe und die Kette sind nicht alles, was mit der Bezirksschützenehre verbunden ist. Die Siegerin darf beim großen Schützenumzug zur Eröffnung des Oktoberfests in München mitmarschieren. Und das ist für jeden Schützen und für jede Schützin eine besondere Ehre.