Diplomingenieur Erich Hahn vom Kulmbacher Büro IBP zeigte zunächst auf, dass der Abwasserkanal zur "Schwarzen Schorgast" so gut wie fertig ist. In den nächsten Wochen würden die weiteren Verbesserungsmaßnahmen wie Regenüberlaufbecken und -rückhalteteich ausgeschrieben, man wolle mit den Arbeiten noch im Herbst beginnen.

Laut Werkleiter Karl Pöhlmann sind Wasserversorgung und Abwasserentsorgung so genannte kostenrechnende und fundamentale Einrichtungen, die gemäß der Gemeindeordnung vorgehalten werden müssen. "Sie müssen aber dem Stand der neuesten Technik entsprechen. Es kann nicht sein, dass wir als Kommune Einrichtungen nach unserem Gutdünken so lassen, wie sie sind. Unsere Ab-wässer fließen künftig in die Schwarze Schorgast."

"Zwingend notwendig"

Deshalb gelte es, so der Werkleiter, Richtlinien zu beachten.
Das, was jetzt in Angriff genommen werde, sei zwingend notwendig. "Wir bekommen dafür keine Zuwendungen vom Land, sondern die Gemeinde und die Bürger müssen diese Maßnahmen gemeinsam finanzieren. Und sie sind dringend, weil ansonsten für künftige Baumaßnahmen die Abwasserentsorgung nicht gesichert ist."

Nach dem rund 682 000 Euro teuren Kanal zur "Schwarzen Schorgast" stünden nun der Bau des Regenüberlaufbeckens und des -rückhalteteiches im unmittelbaren Bereich der Bauhof-Unterstellhalle und ein Stauraumkanal vom Schrenkweg zum künftigen Regenüberlaufbecken an. Dazu liege eine Kostenermittlung des Ingenieurbüros über knapp 4,7 Millionen Euro vor. Rund 2,9 Millionen Euro davon müssten von den Bürgern aufgebracht werden.

"Im Gemeinderat wurden mehrere Rechenmodelle geprüft. Man hat sich am Ende darauf festgelegt, 75 Prozent der Kosten über Beiträge nach den Geschoss- und Grundstücksflächen aufzuteilen, 25 Prozent werden über die laufende Kanalbenutzungsgebühr in den nächsten 20 Jahren einkalkuliert. Wir wollen damit eine möglichst gerechte Verteilung der Lasten ansteuern", erläuterte Pöhlmann.

Die derzeitige Abwassergebühr von 1,66 Euro pro Kubikmeter habe noch bis 2016 Bestand. Hier werde eine Überbrückungsfinanzierung für den Gebührenhaushalt von 721 000 Euro aufgebaut. Pöhlmann: "Das heißt im Klartext, dass es danach ungefähr eine Mehrbelastung von 55 bis 60 Cent pro Kubikmeter Abwasser gibt." Die Beiträge werden zu 66 Prozent über die Geschossflächen und zu 33 Prozent über die Grundstücksflächen umgelegt. Die Beiträge müssten nicht auf einmal geschultert werden, sondern die Gemeindewerke würden zwei Ratenzahlungen im Herbst 2013 und im Frühjahr 2014 einfordern. "Wir kalkulieren vorsichtig. Die voraussichtlichen Kosten werden pro Quadratmeter Geschossfläche bei fünf Euro und pro Quadratmeter Grundstücksfläche bei einem Euro liegen", rechnete Pöhlmann vor.

In der Aussprache bestätigte der Werkleiter auf Anfrage von Roland Töpfer nochmals die Dringlichkeit der Maßnahmen. Zu den Fragen von Inge Peter und Ulrich Stelter stellte Pöhlmann fest: "Das ist kein Luxus, sondern wir bauen das, was unbedingt notwendig ist. Wir erreichen damit eine hohe Qualitätsstufe für die nächsten 20 Jahre."

Stundung und Raten möglich

Zur Anfrage von Alfons Holzinger merkte Verwaltungsleiter Sven Schirner an, dass bei finanziellen Schwierigkeiten im Einzelfall die Möglichkeit der Stundung und der Ratenzahlung bestehe.