Für Viktoria und Bastian ist das Ganze nur ein Spiel: Mit dicken, bunten Stiften krakeln sie im Antragsformular der GEZ herum - damit die Rundschau-Fotografin zu einem netten Bild kommt.
Für die gemeinnützige Trägergesellschaft Die KiTa hingegen könnte aus dem Spiel bald ernst werden. Teurer Ernst: Anfang des Jahres 2013 sollen die Gebühren der Gebühreneinzugszentrale (GEZ), im Volksmund meist kurz "Rundfunkgebühr" genannt, neu geregelt werden. Dann wird eine so genannte Haushaltsabgabe fällig, vor der sich künftig niemand mehr drücken kann. Auch nicht die Kindertagesstätten, die bislang von der Gebühr befreit waren.
Die Bescheide sind der KiTa schon ins Haus geflattert. Auch andere örtliche Kindergartenträger haben bereits Post von der GEZ bekommen. "Absurd ist das", schimpft Geschäftsführer Karl-Heinz Kuch. "Wir sollen für etwas zahlen, was wir gar nicht nutzen." Besonders absurd an der Geschichte: Die allermeisten Kindertagesstätten haben nicht mal einen Fernseher.
Der GEZ ist das offensichtlich egal. Ab 2013 zahlen alle. Und für manche kommt da eine stolze Summe zustande: Insgesamt 34 Einrichtungen, die sich in der KiTa und unter dem Dach des Diakonieverbundes Kulmbach zusammengeschlossen haben, sind von der Neuordnung der Gebühren betroffen, rechnet Martin Bernreuther, Sprecher des Diakonieverbundes, vor. "Insgesamt bedeutet das für uns Mehrkosten in Höhe von etwa 4700 Euro je Jahr."
Geschäftsführer Kuch ärgert das gewaltig: "Das ist eine Ungerechtigkeit, die ihresgleichen sucht", sagt er. "Hier fehlt der Politik offensichtlich der Mut, richtig aufzuräumen."
Das freilich dürfte nicht so einfach sein, meint Kuch: In den Gremien, die über die neue Gebühr entschieden haben, säßen schließlich Hunderte von Vertretern sämtlicher gesellschaftlicher Gruppierungen - und erhalten Aufwandsentschädigungen.
Nur so kann sich Karl-Heinz Kuch die Rundfunkgebühren-Forderung erklären. Aber, so sagt er zornig: "Gerecht ist das nicht."