Auf eine lange Geduldsprobe wurden am Freitagabend zahlreiche Autofahrer nach einer Totalsperre der Autobahn A 70 gestellt. Zwischen den Anschlussstellen Stadelhofen und Schirradorf in Fahrtrichtung Bayreuth war es bei dichtem Feierabendverkehr gegen 19 Uhr zu einem Verkehrunfall gekommen. Beteiligt waren drei Sattelzüge.

Der 31-jährige Fahrer eines Sattelzuges aus dem Vogtland hatte nach Angaben der Polizei einen Pannen-Pkw am rechten Fahrbahnrand übersehen und katapultierte den Wagen regelrecht von der Autobahn. Zum Glück waren die Insassen des Pkw nicht im Fahrzeug gewesen, so dass es keine Verletzten oder gar Tote gab. In die Unfallstelle krachten dann noch zwei weitere Sattelzüge.

Die Bergungsarbeiten gestalteten sich sehr schwierig und langwierig. Die Autobahn wurde deshalb ab der Anschlussstelle Stadelhofen gesperrt und der Verkehr ausgeleitet. Schlimm traf es allerdings die Autofahrer, die sich unmittelbar hinter der Unfallstelle befanden. Sie waren für Stunden in ihren Fahrzeugen auf der Autobahn gefangen. Helfer des Roten Kreuzes versorgten die Leute mit Getränken.

Um die Wartezeit für die Insassen zu verkürzen, versuchten mehrere Streifenbesatzungen, zumindest die Personenwagen im Staubereich zu drehen und entgegen der Fahrtrichtung von der Autobahn zu lotsen. Da viele Autofahrer allerdings so unvernünftig waren und keine Rettungsgasse freihielten und selbständig ihre Fahrzeuge umdrehen wollten, gab es für die Helfer oft nur schwer ein Durchkommen.

Knapp sieben Stunden dauerte die Sperrung, und einige Fahrer mussten so lange ausharren. Kurz vor zwei Uhr wurde die Autobahn wieder freigegeben. Bei dem Unfall entstand ein Sachschaden von über 100 000 Euro.