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Kulmbach
Gericht

30-Jähriger Kulmbacher lässt die Fäuste sprechen

Schläge mit dem Gürtel und Angriff gegen Polizisten: Kulmbacher kam mit einer Bewährungsstrafe davon.
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Ein 30-Jähriger aus Kulmbach hat wiederholt die Fäuste sprechen lassen. Jetzt stand er vor Gericht. Symbolfoto: Christopher Schult
Ein 30-Jähriger aus Kulmbach hat wiederholt die Fäuste sprechen lassen. Jetzt stand er vor Gericht. Symbolfoto: Christopher Schult

Weil er mehrfach Faustschläge verteilt und einen Polizisten angegriffen hatte, ist ein 30-jähriger Mann aus Kulmbach zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Nach der Einvernahme von rund einem Dutzend Zeugen stand für Richterin Sieglinde Tettmann fest, dass der Bauhelfer die Taten so wie in der Anklage beschrieben begangen hatte.

Der Schuldspruch lautete auf vorsätzliche Körperverletzung in mehreren Fällen in Tateinheit mit einem tätlichen Angriff gegen einen Vollstreckungsbeamten. Gegen den 30-Jährigen lagen gleich zwei Anklagen vor. Im ersten Fall soll er am 30. Mai des vergangenen Jahres kurz nach zwei Uhr nachts vor dem Dönerladen in der Oberen Stadt einen 22-Jährigen mit einem Gürtel völlig unvermittelt niedergeschlagen haben. Als die Polizei eintraf, kam es zu einem Gerangel mit dem Angeklagten gekommen, in dessen Verlauf ein Polizeibeamter leicht verletzt wurde. Im Klinikum wurde später bei einer Blutentnahme ein Wert von 1,92 Promille festgestellt.

Die zweite Anklage bezog sich auf einen Vorfall im Eingangsbereich des Tanzcenters in Schwingen. Nur wenige Monate nach dem Vorfall in der Oberen Stadt soll der Angeklagte dort ebenfalls einen anderen mit der Faust so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass der Mann eine blutende Platzwunde am Auge erlitt.

Blutende Nase

Damit nicht genug: Im weiteren Verlauf schlug er laut Anklage auch einer jungen Frau mit der Faust ins Gesicht. Sie erlitt ebenfalls eine blutende Nase und heftige Schmerzen. Die Anklage lautete auf gefährliche Körperverletzung sowie vorsätzliche Körperverletzung in mehreren Fällen. In seiner Aussage hatte der 30-Jährige nur einen Teil der Vorwürfe eingeräumt. "Ich habe ihm eine geknallt, das ist richtig", sagte er zum Vorfall in der Oberen Stadt.

Einen Gürtel habe er dabei aber "definitiv nicht" verwendet, betrunken sei er aber schon gewesen. Grund für den Schlag sei es gewesen, dass der 22-Jährige schon vorher ständig gegen ihn gestänkert und ihn auf das Übelste beschimpft habe.

An eine darauffolgende Auseinandersetzung mit einem Polizisten konnte es sich dagegen nicht erinnern. Er wisse nur noch, dass er in Handschellen abgeführt und auf die Polizeidienststelle verbracht wurde.

Die zweite Anklage bestritt der 30-Jährige komplett. Er habe niemanden geschlagen. Eine Rangelei habe es zwar gegeben, aber er habe sich dabei nichts zu Schulden kommen lassen.

Ganz anders das Opfer im Fall der Oberen Stadt: Er habe sich gerade einen Döner holen wollen, da habe er einen Faustschlag von hinten bekommen, sagte der 22-Jährige, der aus der Haft in der Justizvollzugsanstalt Ebrach vorgeführt wurde. Ein Gürtel sei dabei auf jeden Fall im Spiel gewesen. Für ihn sei die Sache aber trotzdem schnell wieder erledigt gewesen, die Schmerzen seien bereits "nach ein oder zwei Stunden" abgeklungen - und deshalb habe er auch keine Anzeige erstattet.

"Das war kein Unfall"

Auch der betroffene Polizist belastete den Angeklagten: Er sei förmlich in ihn hineingerannt und habe zwei Mal mit der Faust aufgezogen. Woher seine leichten Verletzungen, Prellungen und Rötungen im Gesicht, genau kamen, konnte der Beamte nicht mehr sagen. "Das war kein Unfall, das war ein Angriff", sagte der Polizist.

Er erinnerte sich auch noch an einen anderen Vorfall kurz danach: Bei der Blutentnahme im Klinikum habe der Angeklagte die diensthabende Ärztin "ganz übel und auf unterstem Niveau angeraunzt". Auch die anderen Polizisten, die damals vor Ort in der Oberen Stadt waren, berichteten übereinstimmend von einer ziemlich angeheizten Stimmung, die sich mehr und mehr gegen die Polizei gerichtet habe.