Sänger Paul und Drummer Christoph schwelgen in Erinnerungen. Als Schüler am Frankenwald-Gymnasium haben Christoph (Drums), Duff (Bass), Tobi (Beatgitarre) und Paul (Gesang) angefangen. Nach einem Bandprojekt in der 6. Klasse starteten die vier Freunde, zusammen mit zwei Bläsern, im Jahre 1997 als "Sparkey Rude" ihre musikalische Karriere.

Nach ersten Konzerten im alten Struwwelpeter in der Oberen Stadt verließen die zwei Bläser die Band und Jens (Rhythmusgitarre) kam hinzu. Seit circa 1999 traten sie als "Swing-A-Go-Go-Babies" auf. Vom anfänglichen Ska-Punk, der nah am Reggae angesiedelt ist, ging der Stil in reinen Punk über. Nicht nur stilistisch entwickelte sich die Band weiter.

"Am Anfang war es zunächst unheimlich cool, eine Band zu haben", erinnert sich Paul.
"Wir legten aber von Anfang an viel Disziplin an den Tag." So wurde zwei- bis dreimal pro Woche im hauseigenen Dachboden geprobt.

Demo-Kassette

Die erste Demo-Kassette ließ nicht lange auf sich warten. "Was uns von anderen Bands abgehoben hat, waren unsere selbst geschriebenen Songs", meint Paul. "Tobi hat schon mit 14 coole Nummern geschrieben." Doch mit dem Abitur in der Tasche kamen auch Probleme auf die Band zu. "Diese Idylle hier zu wohnen, hat circa ein Jahr lang gehalten", so Paul.

Danach verschlug es die fünf nach Würzburg, Erlangen, Nürnberg bis hin zum Bodensee. Proben waren nur noch alle zwei Wochen möglich. "Bei diesen Mammutproben bin ich fast dehydriert vom Stuhl gefallen", erinnert sich Chris. Bis 2004 ging das gut, dann löste sich die Band auf.

Nach zehnjähriger Bühnenabstinenz spielten die Swing-A-Go-Go-Babies heuer ihr offizielles Reunionkonzert in Coburg. "Wir haben bei den ersten Proben gemerkt, es ist alles noch da", so Paul: "Auch nach zehn Jahren musste kaum einer in ein Textblatt schauen." Ein Stück weit hatte die Wiedervereinigung auch etwas Nostalgisches.

Alte Songs, die sich auf Kassetten in verstaubten Kisten befinden, wollen sie nun professionell aufnehmen. "Ich musste erstmal einen Kassettenrekorder finden, um die alten Aufnahmen anzuhören", schmunzelt Paul. Diese verschütteten Songs auf CD aufzunehmen, steht nun auf der Tagesordnung.

Als nächstes spielen sie beim Weihnachtskonzert im Struwwel am 23. Dezember zusammen mit der Ska-Band "The Prosecution". "So schließt sich der Kreis”, scherzt Chris, "denn Ska ist inzwischen wieder cool"
. Anna-Maria Lessmann