"Blues ... so alt wie die Welt!", lautete das Motto beim Start der 23. Auflage des Schmölzer Blues Festivals. Die Crew rund um Uwe Angermüller sorgte abermals für eine dreitägige Reise durch die Welt des Blues. Daher ist es nicht verwunderlich, dass man in diesem Jahr wieder auf große Resonanz stieß.

Darunter auch die jungen Einheimischen Sebastian Schlick (25 Jahre) und Florian Stumpf (24), die die Schmölzer Blues Tage bereits zu einer Art Tradition gemacht haben. "Es ist faszinierend zu sehen, wie die ,Schmulzer‘ jedes Jahr aus eigener Kraft solch eine Veranstaltung auf die Beine stellen. Die ganze Mühe, die hinter der Organisation steckt, ist nur mit Leidenschaft und Herzblut zu bewältigen", so der 24-Jährige. Seit vier Jahren haben es sich die beiden Schmölzer Bierliebhaber zur Tradition gemacht, gemeinsam die Schmölzer Blues Tage zu besuchen und ordentlich die Sau rauszulassen.


Doch dabei sind Florian und Sebastian nicht einmal klassische Blues-Fans, sondern für sie steht das Gesamtpaket im Vordergrund: "Für uns sind die Schmölzer Blues Tage ein absolutes Highlight. Wir kommen jedes Jahr wegen der einzigartigen Atmosphäre und des sympathischen Umfelds her. Außerdem ist die Musik live richtig gut anzuhören", ist Sebastian begeistert, der selbst am Auf- und Abbau des Festivalgeländes beteiligt war. Außerdem bewundern sie an ihrem dreitägigen Blues-Intermezzo, dass die Zusammenstellung der Künstler zum einen qualitativ hochwertig, zum anderen jedoch immer variabel gestaltet ist. "Und das Bier ist natürlich auch jedes Jahr gut!"

Bereits am Freitagabend kamen die Blues-Begeisterten auf ihre Kosten: Die charismatische Meena Cryle aus Österreich - in Kooperation mit "The Chris Filmore Band" - eröffnete das Blues Festival mit einem musikalischen Feuerwerk und ihrer unnachahmlichen Stimme.


Furioses Gitarrenspiel

Dann war die Bühne frei für Gitarrist und Sänger Javier Vargas und seiner "Vargas Blues Band". Die 1991 gegründete Blues-Band hat nicht zuletzt durch den Aufenthalt und die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten Musikern einen ganz eigenen Stil entwickelt. Vor allem sein furioses Gitarrenspiel und unglaubliches Bluesfeeling stieß bei den Blues-Anhänger auf großen Anklang.


Bereitschaft zur Improvisation

Der Festivalsamstag startete ebenso exzessiv wie der Freitag: Die tschechische "Martin Ketner Band" wusste vor allem mit ihrem breiten Repertoire an Blues zu überzeugen. Sie zeigte sich musikalisch sehr präsent und mit einem sehr schwungvollen Sound. Zudem eroberte das Trio die Sympathie vieler Mithörer durch das kurze Anspielen von Songs alter Bands wie zum Beispiel ACDC.

Für die Abrundung des zweiten Festivalabends sorgte die junge und selbsterfinderische Band "Nico"ZZ" aus Frankreich. Die vierköpfige Blues-Band um Sänger Nicolas Zdankiewicz ist bekannt für ihre Bereitschaft zur Improvisation und das Beschreiten neuer Wege. So auch in Schmölz: Mit seinen eigenen Songs und Blues-Standards verknüpft, bewies der Altmeister einmal mehr, dass der Blues so alt wie die Welt ist.

Für einen mehr als gelungenen Abschluss sorgte dann der Sonntag: Mit dem wahrscheinlich längsten Blues-Frühschoppen haben die Schmölzer Blues Tage wohl mal wieder ein Denkmal gesetzt: Bis in den späten Nachmittag fanden sowohl die Organisatoren als auch die Gäste einen ebenwürdigen Abschluss. Neben den Klassikern - Bier und gutes Essen - wurde man auch noch mit rockigem Blues und unterhaltsamem Boogie Woogie verwöhnt. Protagonisten des letzten Festivaltages waren die "Mighty Mike One Man Band" und das Duo "Boogieman"s Friend". Sie sorgten wortwörtlich für einen musikalischen Leckerbissen.