Die beiden Ortsteile Schauberg und Langenau sind an der Frankenwaldgruppe (FWG) angeschlossen. Dieser Zweckverband hat seit Anfang 2014 einen Vertrag mit der Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO).

Trotz dieser Kooperation und trotz der Tatsache, dass die FWG ihre eigenen Wassergewinnungsanlagen stilllegte und den gesamten Wasserbedarf von der FWO bezieht, sind unterschiedliche Wasserpreise in verschiedenen Gemeinden wie Tettau, Steinbach, Steinwiesen vorhanden.

Die Frankenwaldgruppe hat einen Investitionsstau zu verzeichnen. Eine Untersuchung des Ingenieurbüros SRP ergab Sanierungskosten-Schätzungen von rund 35 Millionen bis 40 Millionen Euro. Aufgrund der nicht kostendeckend erhobenen Gebühren in der Vergangenheit und des Umstands, dass in den 90er-Jahren Fördermittel nicht ausgeschöpft sowie wegen der rückläufigen Einwohnerzahlen und dem damit eingehenden geringeren Wasserverbrauch mussten die Gebühren deutlich
erhöht werden.

Gebühren steigen

Zurzeit beträgt dieser bei der FWG 2,45 Euro pro Kubik (gegenüber FWO 0,75 Euro), zusätzlich zu einer Grundgebühr von sechs Euro/pro Monat. Ab 1. Januar steigt der Wasserpreis auf 2,99 Euro/Kubikmeter und die Grundgebühr von sechs auf neun Euro. Rücklagen für Sanierungen konnten bisher nicht gebildet werden.

Vergleicht man die bayernweit beziehungsweise bundesweit erhobenen Preise, so liegt der Wasserpreis bei der FWG bereits jetzt etwa doppelt so hoch wie der durchschnittliche Wasserpreis in Bayern.

Würden nun die notwendigen Investitionen durch Gebühren finanziert, rechnet man 2021 mit einem Wasserpreis von etwa zehn Euro pro Kubikmeter. Ein Betrag, der dem Bürger nicht zugemutet werden kann.

Mit der FWO-Kooperation und der damit verbundenen Übernahme von etwa zwölf Millionen Euro Sanierungskosten gelang nun ein Teilerfolg. Das Umweltministerium will im Rahmen einer Sonderförderung 3,5 Millionen Euro für Investitionen zugeben. An Unterhaltskosten spart die FWG nun etwa 200 000 Euro pro Jahr.

Was ist zumutbar?

Wie geht es nun weiter? Was ist den Bürgern zuzumuten? Der Steinwiesener Bürgermeister Gerhard Wunder spricht von maximal 3,99 Euro.

Genaue Prognosen könnten noch nicht gegeben werden, so die FWG-Vorsitzende Petra Öhring. Sie weist darauf hin, dass bis spätestens Oktober 2015 genaue Zahlen bezüglich notwendiger Investitionen vorliegen sollen. Danach werde ein Zuwendungsantrag für Förderungen gestellt.

Der Steinbacher Bürgermeister Klaus Löffler spricht von einer großen Aufgabe der Verantwortlichen beim Zweckverband Wasserversorgung. Gespräche mit dem zuständigen Ministerium haben bereits Früchte getragen.

Der Bürgermeister vertritt die Auffassung, dass man seitens des Zweckverbandes dem Ministerium nochmals die besondere Situation verdeutlichen soll, um ein Mehr an staatlichen Mitteln für den Zweckverband zu erwirken. Wichtig sei, dass die Mitbürger Trinkwasser in guter Qualität zu einem tragbaren Preis erhalten.

Alle Kommunen an einen Tisch holen

Wilhelmsthals Bürgermeisterin Susanne Grebner will im Herbst eine Versammlung einberufen. Sie fordert, dass bei sämtlichen Straßenbaumaßnahmen in ihrer Gemeinde zugleich Wasser- und Kanalnetze neu verlegt werden. Sie möchte, dass alle betroffenen Kommunen an einem Tisch kommen und nach Lösungen suchen.

Und sie hofft auf Markus Söder - der bei einer Bürgermeisterzusammenkunft geäußert haben soll, dass über Förderungen bei infrastrukturellen Maßnahmen nachgedacht werden müsse.
MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) erklärte auf Anfrage, dass die Richtlinien für Zuwendungen zur wasserwirtschaftlichen Vorhaben dahingehend überarbeitet werden müssen, das vor allem in ländlich strukturierten Gebieten mit rückläufiger Einwohnerentwicklung wieder Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen gewährt werden. Die in die Jahre gekommenen Wasserversorgungsanlagen können unmöglich von den verbleibenden Bürgern über die Gebühren finanziert werden.

Was wäre bei einer Auflösung?

Und wie es aus mit einer Auflösung des Zweckverbandes? Laut Satzung kann die FWG durchaus aufgelöst werden. Die Ortsnetze müssten dann von den Gemeinden übernommen werden. Aber hierfür ist eine zwei Drittel Mehrheit der Verbandsversammlung sowie die Zustimmung der Rechtsaufsichtsbehörde notwendig. Das ist aber kaum realisierbar, da der Sanierungszustand in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich ist.

Wie von Petra Öhring auch zu erfahren war, werden derzeit einzelne Ortsnetze im Rahmen von Straßenbaumaßnahmen erneuert, wie etwa derzeit in Schauberg.

Geplant ist nun, in 2016 die Sanierung der gesamten Wasserleitungen in Schauberg und Wilhelmsthal vorzunehmen.