Mehr als ein halber Monat ist vergangen, seit die Antigen-Schnelltests an Pflegeheime, Krankenhäuser und andere Einrichtungen geliefert werden sollten. Das Kuriose: Niemand konnte exakt sagen, wie die Tests verteilt, ja wie sie überhaupt beantragt werden.

Cornelia Thron war eine der ersten, die die Initiative ergriffen hat. Für die Einrichtungen der Caritas wie das Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Wallenfels hat sie 1000 Antigen-Tests bestellt. Das hat sich bezahlt gemacht: In kürzester Zeit konnte sie acht Mitarbeiter und zehn Bewohner testen - mit Erlaubnis des Gesundheitsamts vom eigenen Personal durchgeführt - und hat fünf weitere positive Tests erhalten. Über die Maßnahmen, die das Personal daraufhin ergriffen hat, wurde bereits in der gestrigen Ausgabe des FT berichtet.

Nun hat Geschäftsleiterin Thron endlich eine Mail vom Gesundheitsamt erhalten und auch die Pressestelle des Bundesgesundheitsministerium hat auf eine weitere Nachfrage unserer Zeitung geantwortet. In der Mail an die Geschäftsführerin der Caritas in Kronach sind nun Formulare enthalten, mit denen sie offiziell Antigen-Schnelltests beim Gesundheitsamt bestellen kann. Laut Auskunft des Ministeriums müssen die betroffenen Einrichtungen ein Testkonzept vorlegen. "Das Gesundheitsamt legt dann fest, wie viele Tests die Einrichtung beschaffen kann, bzw. wie viele finanziert werden."

In stationären Pflegeeinrichtungen sind 20 Tests pro Person im Monat vorgesehen, bei ambulanten zehn. "Die Einrichtungen können den Test in Höhe der Beschaffungskosten, aber mit maximal sieben Euro pro Test abrechnen", schreibt das Ministerium.

Nur sieben Euro werden erstattet

Bleiben die Caritas und andere Einrichtungen nun auf einen Teil der Kosten sitzen? "Unsere Tests haben zwischen sieben und 15 Euro gekostet", erklärt die Geschäftsführerin. Das bedeutet, das nach Stand vom Dienstag nur ein Teil der Kosten erstattet wird und nicht, wie von Gesundheitsminister Jens Spahn im Oktober versprochen, Krankenhäusern, Pflegeheimen und medizinischen Einrichtungen kostenlos Tests zur Verfügung gestellt werden. Nichtsdestotrotz ist sie dankbar für die Handlungsanweisung und wird die Anträge bald herausschicken.

Ausgeschlossen von der Bezuschussung für Antigen-Tests sind Einrichtungen des betreuten Wohnens und ambulant betreute Wohngemeinschaften ohne Intensivpflege.