Einzelne Initiativen waren auf dem Podium vertreten, um ihre konkreten Projekte vorzustellen:
Kerstin Schmidt-Müller sprach von einem Wunsch der Theisenorter bezüglich eines Dorfladens. Von 300 befragten Haushalten konnten 40 Rückmeldungen registriert werden. Derzeit könne eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 8000 Euro erwartet werden.
Allerdings hätten sich 78 Prozent der Befragt klar geäußert, dass sie sich finanziell nicht am Projekt beteiligen werden. Manche sagten, sie möchten erst das Ergebnis sehen.

Wichtiges Projekt


Rund 20 000 Euro müssten investiert werden. Jetzt befasst man sich noch einmal mit der Kalkulation. Es wäre schade, sagte Kerstin Schmidt-Müller, wenn das Projekt scheitere, denn es gehe schließlich um mehr als nur um einen Dorfladen - sondern auch um die Schaffung eines Dorfmittelpunkts für die Gemeinschaft.
Karl Roth berichtete vom Nordwaldmarkt in Nordhalben. Nachdem der Edeka-Markt geschlossen hatte, mussten die Nordhalbener 15 Kilometer bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit fahren. Es sei ein harter Weg gewesen, 460 Anteile zu je 300 Euro zusammen zu bekommen.
Im Unglück hätten sie aber auch Glück gehabt. Denn die Immobilie sei günstig gewesen und noch eingerichtet.
Insgesamt 3000 Arbeitsstunden hätten Mitstreiter in den Laden investiert, um ihn wieder auf Vordermann zu bringen. Nachdem der Nordwaldmarkt eröffnet gehabt habe, sei binnen kurzer Zeit festgestellt worden, dass "wir zu teuer sind".
Schließlich habe der Beirat das Geschäft übernommen, den Lieferanten gewechselt und nur "gelernte" Verkäuferinnen eingestellt. Bis auf eine Ausnahme kämen alle aus Nordhalben, betonte Roth.

"Das Beste für die Gemeinde"


Sein Mitstreiter Herbert Frank sprach davon, dass einer Gemeinde nichts Besseres passieren könne, als einen eigenen Dorfladen zu haben. Die Betreiber seien nun unabhängig von großen Handelsketten und könnten ihre Produkte und Preise selbst bestimmen. "Wir sind stolz auf unseren Dorfladen!".
Die Geschäftsführerin der Caritas, Cornelia Thron, berichtete vom Projekt "In der Heimat wohnen". Es sei die Idee der Teuschnitzer gewesen. Ziel sei es, dass die Leute so lange wie möglich in ihren Häusern leben könnten.
Sie ging auf das Seniorenhaus ein, das derzeit gebaut wird und in dem neben Gemeinschaftsräumen auch Wohneinheiten für "betreutes Wohnen" geschaffen werden sollen.
Aber unabhängig davon habe sich in Teuschnitz in jüngster Vergangenheit viel bewegt. Unter der Federführung der Sozialpädagogin Isabella Ettlich und mithilfe von 20 ehrenamtlichen Helfern ist ein Netzwerk entstanden, das ganz gezielt auf die Bedürfnisse der Bürger abgestimmt sei.

Bestellung und Lieferung


In diesem Zusammenhang berichtete sie von einem Busplan, einer zentralen Bestellannahme, in die die Bürger am Freitag ihre Einkaufs- und Wunschliste durchgeben könnten. Diese Waren werden schließlich von Antje Trost abgeholt und an die Empfänger in den verschiedenen Stadtteilen gebracht.
Auch wurde eine Mitfahrzentrale eingerichtet. Notwendig sei bei einem solchen Projekt, dass - wie in Teuschnitz - die Kommune voll dahinter steht.
Die Vorsitzende der Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land, Bianca Fischer-Kilian, berichtete von ihrem Verein. Ausschlaggebend für sie ihre persönliche Lage vor sieben Jahren gewesen. Damals habe sie ihren Vater gepflegt und gemerkt, dass es trotz Sozialstation und Nachbarschaftshilfe doch nicht gehe.
Gegründet wurde sie Seniorngemeinschaft schließlich im November 2010 mit 87 Mitgliedern. Im Juli 2011 konnten mit den Dienstleistungen gestartet werden. Mittlerweile zähle die Seniorengemeinschaft 234 Mitglieder. Insgesamt über 1000 Stunden an Arbeitsleistung sind in 2012 schon bewältigt worden.
Es geht darum, dass Leute anrufen können, wenn sie beispielweise den Schreibverkehr, den Garten, Haushalt oder kleine Reparaturmaßnahmen nicht bewältigen können.

Keiner hatte Zeit


Sie sprach von einer Seniorin, die monatelang nach einem Handwerker Ausschau gehalten habe. Es ging darum, ihre lose Gehwegplatte zu befestigen. Keiner habe Zeit gehabt. Die Dame hätte leicht stürzen können.
Bianca Fischer-Kilian beschrieb auch die Regeln. Jeder, der eine Leistung erbringe, lasse sich diese vom "Auftraggeber" bestätigen. Der Stundenlohn beträgt acht Euro. Der Ausführende erhält davon sechs Euro. Zwei Euro sind für Vermittlung und Büro. Die sechs Euro können auch angespart werden und später für selbst in Anspruch genommene Leistungen verwendet werden. Mittlerweile sei ihre Seniorengemeinschaft im gesamten Landkreis aktiv - mit Ausnahme von vier Gemeinden.
Der Pressiger Bürgermeister Hans Pietz bezeichnete die Nahversorgung als ein wichtiges Thema. Er lobte den Fränkischen Tag für dieses Forum.
Der Bürgermeister sprach von einer guten Nahversorgung in seiner Gemeinde. Er betonte aber auch, dass er voll hinter dem Vorhaben der Rewe stehe, sich zwischen Rothenkirchen und Pressig zu vergrößern. Wenn dieses Projekt zum Tragen komme, könne er sich durchaus vorstellen, dass Rewe auch einen Lieferservice einrichtet. Entsprechende Gespräche hätten schon stattgefunden.
Er appellierte an die Regierung von Oberfranken, dieses Projekt zu unterstützen. Mittlerweile befürchte er, dass dieses Projekt "zu Tode verhandelt wird". Er sprach von einem immensen Schaden, wenn Rewe die Gemeinde verlassen würde.