Mit einem Hammer zerquetschen Tim und Fabian Haferkörner zu Haferflocken. Luka-Elias nimmt derweil ein keimendes Getreidekorn unter die Lupe. Eine Station weiter ordnen Alina und Nikolas verschiedene Getreidearten den daraus hergestellten Lebensmitteln zu, während Christian an einer Plakatwand die Arbeiten auf dem Getreidefeld dem Jahreslauf zuweist.

Gleich von einer Reihe junger "Melkmeister" ist die Kuh Lina - eine Attrappe mit Gummizitzen - belagert. So viel Landarbeit macht hungrig: Gut, dass sich bei dem Getreide-Workshop an der Grundschule Wilhelmsthal alle anschließend mit leckerem Brot und einem Müsli nach Wahl stärken können.
"Das macht richtig Spaß bei euch. Ganz toll, was ihr schon alles wisst", ist Bernadette Schilling vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kulmbach sichtlich begeistert von den kleinen Schlaumeiern.


Spannende Reise

Noch beeindruckter ist Schilling, als sie nach den Maschinen fragt, die die Bauern für die Landwirtschaft benötigen. Mähdrescher, Güllewagen, Heuballenpresse, Häcksler - die Antworten fliegen ihr nur so um die Ohren. "Man sieht, wieviel Kinder in ländlichen Gebieten über die Landwirtschaft wissen", freut sie sich. In der Stadt sehr das schon anders aus.

Bevor Weizenprodukte bei uns auf den Tisch kommen, haben sie eine spannende Reise hinter sich. In der Mühle durchlaufen die Körner einen aufwändigen Reinigungsprozess, bevor sie in mehreren Durchgängen zu Mehl gemahlen werden. Daraus kann nach Zugabe von Wasser, Gewürzen sowie Hefe Brot gebacken werden. Diesen Weg vom "Korn zum Brot" konnten die Dritt- und Viertklässler bei dem interessanten Workshop nacherleben. An der ersten Station erhielten die Kinder einen Einblick in die vier Grundgetreidesorten. Sie lernten, eine Ähre von einer Rispe zu unterscheiden, und erfuhren auch, was Grannen sind und welche Lebensmittel aus Getreide hergestellt werden.


Neugierde wecken

"Der Workshop in der Schule soll auf einen Bauernhofbesuch neugierig machen", erklärte Schilling. Längst habe sich das von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner initiierte erlebnisreiche Lern-Programm bei den Grund- und Förderschulen im Freistaat zum Dauerbrenner entwickelt. Seit dem Start 2012 hätten mehr als 103 000 Schulkinder einen der landesweit mehr als 500 Bauernhöfe mit speziell ausgebildeten Betriebsleitern besucht.
"Ziel ist es, dass jedes Schulkind mindestens einen Unterrichtstag auf einem aktiven Bauernhof verbringen soll", so Schilling. Der Einblick verbessere die Wertschätzung für gesunde Lebensmittel und den Respekt vor den Leistungen der Landwirtschaft. Die Kinder hätten direkten Kontakt mit Tieren und Pflanzen, setzten gelerntes Wissen um, und packten aktiv mit an, beispielsweise beim Füttern im Stall, beim Ernten auf dem Feld oder beim Butterschütteln.


Verschiedene Programme

Die angebotenen Lernprogramme heißen "Vom Korn zum Brot", "Vom Ei zum Huhn" oder "Von der Milch zu Butter und Käse!"

Alle Dritt- und Viertklässler sowie alle Jahrgangsstufen der Förderschulen können an dem Programm "Erlebnis Bauernhof" teilnehmen. Das Landwirtschaftsministerium übernimmt die Aufwandsentschädigung für die Betriebe.

Auch der Workshop in der Schule ist kostenfrei. Und der gefiel den kleinen Schlaumeiern sichtlich - schließlich können selbst die fachkundigsten Landwirtschaftsexperten immer noch etwas dazu lernen.