Seltsame Fantasie-Wesen, Wunderblumen und Tiere, vor allem Katzen - Wer kennt und mag sie nicht: die leuchtend farbigen Kunstwerke von Otmar Alt mit ihrer ganz eigenen unverwechselbaren Bildersprache. Im Rahmen eines Programms der Otmar Alt-Stiftung für Kindergarten- oder Schulkinder stattete der Maler, Grafiker, Designer und Bildhauer am Dienstag der Grundschule Wilhelmsthal seinen mit großer Vorfreude entgegengefieberten Besuch ab.
In einem Workshop nahm der 77-Jährige, der unter anderem auch Uhren, Schmuck, Teppiche, Porzellangeschirr und Glasbilder entwirft, die Dritt- und Viertklässler mit in seine märchenhafte Bilderwelt. Es wurde erzählt, gelacht - vor allem aber gemeinsam gemalt ...
Zunächst erzählte Alt aus seinem Leben und beantwortete auch Fragen der Kinder, die sich bereits im Unterricht mit seinem künstlerischen Schaffen auseinandergesetzt hatten. Seine heiteren und verspielt wirkenden Werke bestehen meist aus mehreren bunten Teilen oder Flächen, die klar voneinander abgegrenzt sind -- wie bei einem Puzzle. Diese Farbflächen sind schwarz umrahmt, um die Leuchtkraft der Farben zu steigern. Wie er ausführte, halte er nun schon seit 25 Jahren Workshops mit Kindern und Erwachsenen ab. Dabei gehe er besonders gerne an Schulen, weil ihm dies viel Freude mache. Wie lange er an einem Kunstwerk male, könne er nicht genau sagen. "Das Bild macht manchmal nicht so, wie ich es will. Das ist eine kleine Persönlichkeit. Wir haben auch mal Streit untereinander, aber dann vertragen wir uns wieder", schmunzelte der Künstler, der in Hamm bei Dortmund eine ehemalige Landschmiede zu einem Atelier umgebaut hat. Unterstützt von seiner Assistentin, der Bamberger Kunstpädagogin "Fräulein Gudrun" (Wirsing), erprobten sich die kleinen Malkünstler - zunächst noch auf Papier - selbst im Malen einer märchenhaften Welt. Dann wurden 15 gleich große quadratförmige Leinwände an die Kinder ausgeteilt, auf denen Alt schon einige seiner typischen Figuren und Zauberwesen aufgemalt hatte. Diese durften die Jungen und Mädchen dann mit eigenen Ideen ergänzen. Da die Bilder anschließend zusammengesetzt werden, galt es für ein harmonisches Ganzes, weiche Übergänge zu schaffen oder - besser noch - "übergreifende" Motive aufzumalen. Gar nicht so einfach!
Doch das Ergebnis überraschte alle. Die Quadrate nahm der Künstler noch einmal mit in sein Atelier, wo er diese noch etwas ergänzt und die Übergänge etwas fließender gestaltet. Anschließend geht das fertige Bild wieder zurück in die Schule, wo es einen Ehrenplatz finden wird.
Für die Kinder war der Workshop kostenlos, da dankenswerter Weise Jürgen Rubenbauer, ein Freund des Künstlers, die Kosten übernahm. Ihm galt der Dank von Schulleiter Ulrich Weiß sowie der Lehrerin Ute Thüroff, die für die Organisation verantwortlich zeichnete. Auch die Kinder der ersten und zweiten Jahrgangsstufe beschäftigen sich mit dem Künstler unter dem Motto "Wir malen nach Otmar Alt". Zu Anschauungszwecken ist im Eingangsbereich der Schule eine kleine Ausstellung mit Bildern, Büchern und Geschirr von Alt zu sehen.