Es erinnert an Bergbau, was Gerd Fleischmann in Stockheim vollbracht hat. Auch wenn er nie ein Kumpel gewesen ist, so war er doch zu einem entscheidenden Tag für die Bergarbeiter im Frankenwald zur Stelle. Als die Arbeiter von ihrer Zeche Abschied genommen haben, als die letzte Schicht mit einem vollen Hunt - die Lore in Bergmannssprache - vorm Katharina-Schacht 1968 nach 212 Jahren geendet ist.

Während die Arbeiter ihre Keilhaue niederlegten, griff Gerd Fleischmann zur Kamera und hielt einen Moment fest, der in der Geschichte des Landkreises Kronach einzigartig ist. Das Ende einer Ära.

So wie die Kumpel durch den Berg hat sich der Heimatpfleger und Journalist mit Kamera und Stift durch die Geschichte der Region gegraben. In seinem Haus reihen sich Grubenlampen aus den Schächten, Champagnerflaschen der ehemaligen Glasfabrik Sigwart & Möhrle und Bilder des ehemaligen Bahnhofs in Stockheim aneinander. Sogar eine Miniatur-Dampfmaschine und das Modell eines Floßes aus den Flößereizeiten des Landkreises hat es in die Sammlung des 76-Jährigen geschafft.

Sein Wissen hat er in unzähligen Artikeln und drei Büchern niedergeschriebenen, die sich mit den großen, zum Teil untergegangenen Industriezweigen der Region auseinandersetzen: die Flößerei, den Bergbau und die Glasindustrie im Frankenwald.