Chris wird noch gequält. "Lasst uns bisschen leiser reden", sagt Andrea Weiß (27) mit gedämpfter Stimme. Sie setzt sich an den Küchentisch zu ihren drei Jungs und deutet mit dem Kopf in Richtung Wand. Dahinter, im Nebenraum, steht Christian Höfner am Mikrofon. Der vierte Mann der Band tut das, was Frontfrau Andrea schon hinter sich hat: Tonspuren für das Album einsingen.

Und weil die zweite Stimme von Keyboarder Chris perfekt auf die von Leadsängerin Andrea abgestimmt sein soll, wird Chris eben noch etwas "gequält", wie es seine Bandkollegin ausdrückt. Das Debütalbum "Broken Flower" soll Mitte April erscheinen, was, in Anbetracht der Tatsache, dass "Black Daffodils" gar nicht als längerfristiges Bandprojekt geplant war, doch schon ein ziemlich großes Ding ist.

Zurzeit sind die vier Jungs um Sängerin Andrea mittendrin in den Aufnahmen im Studio in Bayreuth.
Angefangen hat alles bei der Fachlehrer-Ausbildung von Sängerin Andrea Weiß und Schlagzeuger Markus Rubel (27). Die 27-Jährige aus Streit bei Mistelgau und der Neukenrother wollten eigentlich nur bei der Abschlussfeier am Ende der Ausbildung für Musik sorgen und haben sich deshalb zusammengetan. "Wir haben uns so gut verstanden, dass wir einfach weitergemacht haben", sagt Andrea.

Sprache und Stilrichtung

Nach und nach kamen die anderen drei Bandmitglieder dazu, und die Black Daffodils starteten als Coverband durch. Der erste Auftritt stieg 2007. Heute spielen Michael Luthardt (Bass), Björn Neundorf (Gitarre, Gesang), Christian Höfner (Keyboard, Gesang) Markus Rubel (Schlagzeug) und Andrea Weiß (Gesang, Gitarre) in erster Linie eigene Songs.

Was dagegen von Anfang an gleich geblieben ist: Die Sprache und die Musikrichtung. "Wir singen schon immer auf englisch, und zwar Female Fronted Rock/Metal - eine Mischung aus Metal und Rock mit Leadsängerin", erklärt Andrea.

Dementsprechend standen im Coverprogramm der Black Daffodils Bands wie Evanescence, Nightwish oder Lacuna Coil. So ähnlich hört sich die Band um Frontfrau Andrea Weiß auch an.

Aus ganz Franken

Auf die Frage nach den Herkunftsorten der Bandmitglieder kommen genauso unterschiedliche Antworten wie auf die Frage nach den musikalischen Vorbildern. Andrea kommt aus dem Landkreis Bayreuth, Michael aus Coburg, Markus und Björn aus Neukenroth und Christian aus Neuses.

Irgendwie schaffen sie es immer, sich zum Proben zusammenzufinden. Auch bei ihrer Musik kommen sie auf einen gemeinsamen Nenner - "obwohl wir alle anders geprägt sind", sagt Markus. Andrea nennt die Musikrichtungen Blues und Rock, es fallen die Bandnamen Guns n' Roses, Aerosmith, aber auch Pink Floyd, Led Zeppelin oder Johnny Cash.

Dementsprechend wird es auf dem Album von Black Daffodil keinen Einheitsbrei zu hören geben - sowohl musikalisch als auch inhaltlich. "Es wird kein Konzeptalbum mit nur einem zentralen Thema", erklärt Sängerin Andrea. In den Texten geht es um Liebe, Trauer, Tod, Wut - starke Emotionen und tiefe Einschnitte im Leben.

Livemusik mehr schätzen

Wenn Andrea Weiß diesen Emotionen am Mikrofon Ausdruck verleiht, kauft ihr das Publikum ihre Leidenschaft ab - vorausgesetzt, es gibt ein Publikum. "In Kronach und Bayreuth ist die Szene für unsere Art von Musik eher klein. In Nürnberg schaut das anders aus", sagt Schlagzeuger Markus. Bandkollege Björn fügt hinzu: "Das Interesse an Livemusik nimmt generell ab. Viele gehen nur noch in die Disco."

Auf die Frage nach der Botschaft von Black Daffodils bricht Drummer Markus eine Lanze für alle Livebands. "Leute, hört Euch Livemusik an! Das ist der Ursprung der Musik."

Bereits am Samstag gibt es die Möglichkeit dazu: Beim Bandcontest für "Die Festung rockt" werden auch die Black Daffodils antreten. "Natürlich wollen wir auch unseren Namen im Kronacher Raum bekannter machen", sagt Sängerin Andrea. "Aber in erster Linie geht es darum, Spaß am Musikmachen zu haben."

Eine Hörprobe von Black Daffodils: Silent Raindrops

Dateiname : Black Daffodils: Silent Raindrops
Dateigröße : 3.78 MBytes.
Datum : 02.02.2012 16:56
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