Auf überaus großes Interesse stieß der Vortrag "Historisches Oberlangenstadt" im Sportheim des SSV Oberlangenstadt. Udo Baumann und Helmut Martin stellten dabei ihre über zwei Jahrzehnte gesammelten Schätze in Form von alten Fotografien und Dokumenten vor. Ein Vortrag von Stadthistorikerin Alexandra Baier rundete den Abend ab.

Bürgermeister Bernd Rebhan freute sich über das rege Interesse der Bevölkerung. Die wertvollen Erinnerungen an die alten Zeiten und die geschichtliche Entwicklung von Oberlangenstadt dauerhaft zu erhalten und eine Ortschronik zu verfassen, könne eine Ziel der Dorferneuerung Oberlangenstadt sein. Sein besonderer Dank galt Udo Baumann und Helmut Martin für die beeindruckende Sammlung zur Geschichte Oberlangenstadts sowie den Verantwortlichen und Helfern des SSV, die die Bewirtung in bewährter Weise übernahmen.

Bereits Ende 1999 gründete sich unter Federführung von Udo Baumann und Helmut Martin ein Arbeitskreis "Dorfgeschichte Oberlangenstadt". Spätestens seit dieser Zeit wurde von beiden fleißig gesammelt, geordnet und dokumentiert, wenngleich die beiden Urgesteine aus Oberlangenstadt und Nagel sich schon immer für die Geschichte Ihres Ortes und seiner Bewohner interessierten.

Nun konnten sie im Rahmen des Themenabends ihre bisherigen Ergebnisse vorstellen - zur Begeisterung der vielen Interessierten im voll besetzten Sportheim. Rund zwei Stunden lang zeigten sie Ansichten und Dokumente der reichen Oberlangenstadter Geschichte. Vom Schloss über die ehemalige Synagoge, die frühere Ortsdurchfahrt der Bundesstraße und das Landschulhaus von 1904 bis zu alten Klassenfotos und Aufnahmen aus dem Vereinsgeschehen reichte die große Palette. In vielen Familien schlummern noch alte Schätze und Fotografien. Es wäre schön, wenn diese für die weitere Projektarbeit zur Verfügung gestellt werden könnten. Die Originale werden selbstverständlich wieder zurückgegeben.


Ein "grüner Ort"

Unter dem Motto "Ein Spaziergang durch die Geschichte des ehemals reichsritterschaftlichen Dorfes an der Rodach" stand der Vortrag von Stadthistorikerin Alexandra Baier. Beeindruckend war dabei die Dichte der erhaltenswerten Bausubstanz, welche in Oberlangenstadt noch an vielen Stellen vorhanden ist. Sie zeigte die geschichtliche Entwicklung des Ortes auf, die auch eng im Zusammenhang mit dem Bau der Eisenbahn (1864), der Rodachregulierung (1908) und der Umsiedlung der Bewohner des Ängerleins (1926) in Zusammenhang steht. Alexandra Baier, die im Rahmen der Dorferneuerung den denkmalpflegerischen Erhebungsbogen erarbeitet und damit die historischen Schätze erhebt, stellte Oberlangenstadt als "grünen Ort" heraus.

Am 15. Februar ab 18 Uhr nehmen die Arbeitskreise zur Dorferneuerung mit einer Gründungsveranstaltung ihre Arbeit auf. Hr. Semmler vom beauftragten Ingenieurbüro IVS GmbH lud nochmals ein, sich in die Arbeitskreislisten einzutragen. Bürgermeister Rebhan machte nochmals Mut, dafür Werbung zu machen. Es sei wichtig, dass möglichst viele an der Dorferneuerung mitarbeiten, dann könne auch etwas voran gehen, so der Rathauschef.