Die bevorstehende Reform in der europäischen Agrarpolitik beschäftigt die heimischen Landwirte. Dies bekam Monika Hohlmeier am Freitagnachmittag im Gasthaus "Zum Fröschbrunna" in Kronach zu spüren, als sie über den Verlauf der Verhandlungen berichtete.

Diese seien "extrem schwierig", wie die Abgeordnete mitteilte. Kein Wunder, wollen doch alle Mitgliedsländer der Europäischen Union (EU) ihre Interessen einbringen. Geplant ist seitens der EU unter anderem eine Kopplung der so genannten Direktzahlungen oder Flächenprämien pro Hektar Land zumindest teilweise an Umweltauflagen.

Schwierige Verhandlungen


Laut der Abgeordneten sei man bemüht, den finanziellen Rahmen im Vergleich zum Ist-Stand weitestgehend gleich zu halten. Die mitunter hohen Preise beispielsweise für Getreide auf dem Weltmarkt erschwerten jedoch die Verhandlungen. "Man gerät dadurch rasch in die Defensive", sprach sie die Diskussion um die Subventionen für die Betriebe an. "Die Gespräche laufen relativ aggressiv", unterstrich sie die Schwierigkeiten.

"Man darf doch nicht den Fehler machen zu glauben, dass die Preise auf diesem Niveau bleiben", sprach Reiner Wittmann aus dem Landkreis Kronach zu erwartende Schwankungen am Markt an. Diese wiederum erschwerten den Landwirten die Bildung von Rücklagen.

Ein weiteres zentrales Thema von Monika Hohlmeier war die Bürokratie. Die Realität scheint aber anders auszusehen. "Es ist für mich ein Faszinosum, wie viele Leute sich mehr Kontrollen wünschen."

Ihr Vorschlag ist es, Kontrollen von Betrieben dann zu erhöhen, wenn bei Stichproben eine erhöhte Fehlerquote festgestellt worden sei. Gleiches gelte dann im umgekehrten Fall - also weniger Kontrollen bei geringer Fehlerquote. Auch sei die Einführung einer Bagatellgrenze sinnvoll, bevor Sanktionen greifen. Geringfügige Fehler der Landwirte, die keinen Schaden verursachen, sollten ganz und gar vernachlässigt werden. "Wir hoffen, dass wir einen Teil davon durchbringen", betonte Hohlmeier. Der Ausgang sei allerdings völlig offen.

Umstellung wird kommen


Monika Hohlmeier erklärte, dass es definitiv zu Änderungen kommen wird: "Es wird eine Umstellung geben." Ob es diese allerdings schon wie geplant für das Jahr 2014 geben wird, bezweifelte sie etwas - zu unterschiedlich seien die Interessen der 27 EU-Mitgliedsstaaten.