Kronach
Kommunalwahl

Unverzichtbare Unterstützer beim Wahlsonntag

Die Kommunalwahl steht schon in den Startlöchern. Ebenso wie die vielen Wahlhelfer, die am betreffenden Sonntag für einen reibungslosen und funktionierenden Ablauf sorgen. Zwei Frauen erzählen von ihrer Arbeit in dem Ehrenamt.
Von den Wahlhelfern werden unter anderem im Anschluss an die Wahl die Stimmen ausgezählt. Foto: Daniel Reinhardt, dpa
Von den Wahlhelfern werden unter anderem im Anschluss an die Wahl die Stimmen ausgezählt. Foto: Daniel Reinhardt, dpa
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Im ganzen Landkreis wird seit Wochen fleißig Wahlwerbung betrieben. Plakate und Banner säumen die Straßen. Flyer landen regelmäßig im Briefkasten. Zahlreiche Wahlveranstaltungen finden statt. Werbeslogans und Wahlversprechen wohin das Auge reicht. Die Parteien und ihre Kandidaten verfolgen mit dem Aufwand nur ein Ziel: Sie wollen am 15. März die Stimmen der Wähler ergattern.

Bei all der Wahlpropaganda wird bestimmten Akteuren im Hintergrund meist wenig Aufmerksamkeit gewidmet: den Wahlhelfern. Jedoch bilden sie die Basis, welche die Durchführung einer Wahl überhaupt erst möglich macht. Organisieren, überwachen, kontrollieren, auswerten. Die ehrenamtlichen Helfer sind am Wahlsonntag von früh bis spät im Einsatz.

Der Weg zum Ehrenamt

Eine von ihnen ist Isabella Leipold. Die gebürtige Wallenfelserin ist in dem Ehrenamt seit etlichen Jahren aktiv. Wie lange genau, kann sie schon gar nicht mehr sagen. Ihre Nachforschungen haben ergeben, dass es weit mehr als 18 Jahre sein müssen. Zum Wahlhelferamt gekommen ist sie ganz klassisch.

"Ich habe damals eine Einladung von der Stadt bekommen", erinnert sich die Wallenfelserin. Seitdem ist sie bei der Briefwahl eingesetzt worden. Aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung ist sie mittlerweile Vorsteherin. "Wir sind ein sehr gutes Team", lobt Leipold die Zusammenarbeit der Wahlhelfer. "Viele sind, wie ich, schon mehrere Jahre dabei."

In der Gemeinde Stockheim ist Silvia Welsch als Wahlhelferin aktiv. Erst zum zweiten Mal ist sie bei einer so umfangreichen Wahl wie der Kommunalwahl im Einsatz. Bei kleineren Wahlen hat sie schon öfters mitgewirkt. "Ich kam durch meinen Beruf zu dem Dienst", erklärt die 28-Jährige.

Sie arbeitet seit elf Jahren als Verwaltungsfachangestellte in der Gemeinde Stockheim, hat dort auch ihre Ausbildung absolviert. Die gebürtige Wolfersdorferin kümmert sich im Rathaus um die Verbrauchsgebührenabrechnung sowie die Hundesteuer und unterstützt die Kämmerin.

Am Wahlhelferamt gefällt ihr vor allem die zwischenmenschliche Kommunikation. "Im Wahllokal kommt man mit dem Wähler direkt in Kontakt", freut sich Welsch.

Leidenschaft für Zahlen

Auch Isabella Leipold hat Spaß an der Arbeit als Wahlhelferin. "Ich mag das Abhaken und Kontrollieren", erklärt sie. Das komme von ihrem Beruf. Als ehemalige Bankkauffrau habe sie solche Aufgaben schon immer gemocht.

Mittlerweile ist Leipold Rentnerin. Langeweile kommt bei ihr jedoch nicht auf, wie sie erklärt. Sie ist nicht nur als Wahlhelferin ehrenamtlich aktiv, auch anderweitig engagiert sich die Rentnerin in ihrem Dorf. Als Kirchenpflegerin kümmert sie sich um die Finanzen der Pfarrkirche St. Thomas und ist für bauliche und personelle Angelegenheiten zuständig.

Bei den Theaterfreunden Wallenfels und der "Wallnfelse Fousanoacht" übernimmt die ehemalige Bankkauffrau die Aufgabe des Kassiers. Schaut man sich ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten an, merkt man, dass die Wallenfelserin eine Leidenschaft für Zahlen hat. Die finanziellen Aufgaben und das Wahlhelferamt haben eines gemeinsam - exaktes und korrektes Arbeiten.

"Die Genauigkeit und Koordination sind das Wichtigste", sagt Leipold. Bei der Menge an Wahlscheinen darf kein Helfer den Überblick verlieren.

Kuchen für die Wartezeit

Auch Silvia Welsch ist neben ihrem Wahlhelferamt ehrenamtlich sehr aktiv. In ihrem Heimatort Wolfersdorf ist sie bereits mit zwölf Jahren in die örtliche Feuerwehr eingetreten. Mittlerweile ist sie Leiterin der Jugendfeuerwehr und bald auch stellvertretende Kommandantin.

Außerdem sitzt sie im Vorstand des Knappenvereins Stockheim und Umgebung. "Man tut, was man kann, um die örtlichen Vereine zu unterstützen", sagt die 28-Jährige.

Bei der anstehenden Kommunalwahl ist Welsch im Briefwahlvorstand. In der Vergangenheit wurde sie öfters im Wahllokal eingesetzt. Dort herrsche nicht immer Hochbetrieb. "Es gibt schon rechte Durststrecken", räumt die Wolfersdorferin ein.

Morgens zum Beispiel, wenn viele in der Kirche sind, oder um die Mittagszeit. Langweilig werde es trotzdem nicht. "Wenn man sich unterhält, geht die Zeit schon relativ schnell vorbei." Hin und wieder bringen Wähler sogar einen Kuchen für die Wahlhelfer mit, erzählt Welsch.

Einprägsame Erlebnisse

"Bei uns ist alles zeitlich etwas mehr zusammengedrückt als im Wahllokal", erklärt Isabella Leipold. Das komme davon, dass die Wahlscheine der Briefwähler erst ab 18 Uhr kontrolliert werden können. Vorher dürfen sie die verschlossenen Umschläge nicht verlassen.

Der Abgleich zwischen Wahlschein und Wählerverzeichnis geschieht im Wahllokal hingegen bereits bevor die Wähler ihre Stimme abgeben.

Wenn Leipold an die vergangenen Jahre zurückdenkt, ist ihr vor allem eine Wahl ganz besonders im Gedächtnis geblieben. "Es war eine umfangreiche Wahl wie heuer. Die Auszählung ging langsam voran. Stunden vergingen, aber die Liste hat überhaupt nicht abgenommen", erinnert sie sich an den einprägsamen Wahlabend.

Hungrig, müde und mit stetig sinkender Konzentration zählten die Wahlhelfer bis vier Uhr morgens, während andere schon längst Wahlparty feierten. Heute kann die Wallenfelserin lachen, wenn sie an die scheinbar nicht enden wollende Auszählung denkt.

Silvia Welsch kann sich noch an einen ganz aufgelösten Bürger erinnern, der einmal bei ihr im Rathaus stand. "Er wusste nicht, wohin er zum Wählen muss", erzählt sie.

Beitrag für die Demokratie

Besonders spannend findet die 28-Jährige die letzten Minuten der Auszählung. Einprägsam war für sie die Bürgermeisterwahl 2011, als der langjährige CSU-Bürgermeister Albert Rubel durch den amtierenden Bürgermeister Rainer Detsch (FW) abgelöst wurde.

Isabella Leipold und Silvia Welsch sind zwei Frauen, die zusammen mit vielen anderen ehrenamtlichen Helfern einen wichtigen Beitrag für die Demokratie leisten. Sie sind die Träger der Wahl, ohne die das gesamte Wahlverfahren nicht funktionieren würde.