Man sieht es dem gelernten Maurer Hubert Busse an, dass er in seinem Leben hart gearbeitet hat. Mit seinen 75 Jahren vermitteln seine Hände den Eindruck, dass vor diesen ein Steinbrocken eher kuschen würde, als sich mit diesen auseinanderzusetzen. Umso mehr verwundert es, dass diese Hände ganz filigrane Arbeit leisten.

Der Förderverein Bergbaugeschichte Stockheim Oberfranken/Neuhaus hat seit September auf dem Bauhof von Stockheim einige Räume für eine Ausstellung erhalten. Hubert Busse hat dazu einige Miniaturmodelle beigesteuert. Sein bisher größtes Miniaturmodell zeigt die Zeche St. Katharina. Die überirdischen Anlagen wurden dabei Maßstabsgetreu nachgebaut. Die Pläne hat Busse von Kreisheimatpfleger Gerd Fleischmann erhalten.
Das Modell entstand im Laufe eines Jahres und Busse schätzt, dass er zwischen drei- und vierhundert Stunden daran arbeitete.
Die Gesteinsschichten hat er dabei so naturgetreu nachgebildet, wie es nur ging. Weiter entstammt das verwendete Gestein der Zeche, ist somit keine Nachbildung, sondern echte Kohle. Auch sind die Stollen und der Schacht klar erkennbar. Bei genaueren Hinsehen erkennt der interessierte Besucher sogar die Leitungen für den Strom und die Frischluftversorgung.

Das Modell zeigt den bis 1958 verwendeteten 18 Meter hohen Holzturm zur Förderung der Kohle, danach wurde die Anlage modernisiert und erhielt einen Stahlturm. Dieser war noch zehn Jahre in Betrieb, bis die Zeche 1968 schließlich geschlossen wurde.

Modellbauen im Wintergarten


Das Modell hat Busse in seinem Wintergarten zu Hause gefertigt. Nach dem einen Jahr, sagt Busse, sei seine Frau froh gewesen, dass das Modell ausgestellt wird. Mit der verwendeten Kohle sei schließlich auch immer ganz schön Dreck verteilt worden. Und zudem nimmt dieses "Miniaturmodell" mit einer Breite von zwei Metern und einer Höhe von 1,7 Metern eine Menge Platz ein.

Busses Bezug zur Zeche kommt aber nicht von ungefähr: Nach seiner Schullaufbahn wollte er eigentlich im Bereich Kirchenrestauration tätig werden, aber die Eltern überzeugten ihn, etwas "Ordentliches" zu lernen. So machte er eine Ausbildung zum Maurer. Zu Beginn, im Jahr 1958, arbeitete er eine Woche in der Zeche St. Katharina. "Doch wenn ich ehrlich sein will, war es mir zu gefährlich". Wegen des Staubs, der die Lunge in Mitleidenschaft zog und außerdem hat es in den Zechen viel gebrannt. Im Jahr 1956 gab es das letzte große Unglück in der Zeche, bei der zwei Bergleute starben.

Das Arbeiten unter Tage hat ihn aber auch nach seiner einwöchigen Beschäftigung in der Zeche nicht losgelassen. An Abendschulen bildete er sich als junger Mann weiter und schloss schließlich zwei Meisterprüfungen im Bereich Hoch- und Tiefbau ab.

Er arbeitete mehrere Jahre unter Tage bei Tunnelbauten und Schachtanlagen. Das geschah bis zu seiner Pensionierung vorwiegend in Hessen, Thüringen und Bayern und er war dabei als Bauleiter für mehrere Baustellen tätig.

Neues Modell in Arbeit

Ein neues Modell hat Hubert Busse schon in Planung. Es soll die Funktionsweise einer Haspel zeigen. Darunter kann man sich eine Zugwinde vorstellen, die zum Bewegen von Lasten in den Schächten einer Zeche eingesetzt wurde.

Weiterhin setzen sich die Mitglieder des Fördervereins Bergbaugeschichte dafür ein, dass vielleicht in Zukunft ein Teil der Zeche wieder begehbar gemacht wird, erklärt stellvertrender Vorsitzender Günther Scheler.
Der Schacht der Zeche hat eine Tiefe von 324 Metern und ist so zugemacht worden, dass man diese wieder aufmachen könnte.