Dem Busfahrer wurde vorgeworfen, einen Bus, der auf Grund eines Defekts Betriebsflüssigkeit verloren hatte, auf einem Parkplatz abgestellt zu haben. Dabei soll Diesel in das Betonpflaster getropft sein, wodurch die Tier- und Pflanzenwelt geschädigt werden könnte. Die Staatsanwaltschaft warf dem Fahrer vor, fahrlässig den Boden verunreinigt zu haben. Der Mann hätte den Austritt der Flüssigkeit erkennen und sofort abstellen müssen.

Unschuld beteuert

In seiner Stellungnahme erklärte Verteidiger Till Wagler, dass sein Mandant den Bus nachts abgestellt habe und erst am nächsten Morgen gegen 4.45 Uhr wieder zurückkehrt sei. "Ich konnte es nicht erkennen", sagte der Angeklagte. "Als er morgens die Flecken am Boden bemerkt hat, meldete er dies sofort der Gemeinde, reinigte den Boden und brachte den Bus in die Werkstatt. Heute ist davon nichts mehr zu sehen", so der Anwalt. Der Busfahrer selbst fügte hinzu, dass es sich bei der Flüssigkeit nicht um Diesel oder Öl gehandelt habe, sondern um Schmutzwasser.

Die Schuldfrage konnte auf Grund fehlender Zeugen und Beweise nicht geklärt werden. "Ich gehe nicht davon aus, dass Sie der Umweltsünder par excellence sind", sagte Richter Gerold Seifert zu dem Busfahrer.

Freispruch gefordert

Mit dem Vorschlag des Gerichts, das Verfahren gegen eine Geldauflage einzustellen, war der Angeklagte aber nicht einverstanden. "Ich möchte keine Auflage bezahlen, sondern einen Freispruch", so der Busfahrer.
Staatsanwalt Koch stellte klar, dass dies bei der derzeitigen Beweislage nicht möglich sei. Er regte an, entsprechende Zeugen zu laden, die die Flüssigkeit oder den Parkplatz vor Ort gesehen haben. Außerdem würden aktuelle Fotoaufnahmen Aufschluss bringen. Der Richter entschied, das Verfahren auszusetzen und gegebenenfalls Nachermittlungen durchzuführen. An einem neuen Termin wird die Verhandlung neu begonnen.