Kinder, die auf dem Schulhof herumtoben, sind selten geworden. Die guten alten Gummitwist-Spiele gibt es kaum mehr. Und auch mit dem Seil sieht man nur noch Wenige hüpfen. Das versucht die Deutsche Herzstiftung mit ihrem "Skipping-Hearts"-Projekt zu ändern. In mehr als 3000 Workshops konnten bundesweit bereits 150 000 Kinder fürs Rope Skipping, wie das gute alte Seilhüpfen jetzt heißt, begeistert werden. Auch in Teuschnitz fand so ein Workshop statt.

Herausforderung


In der Turnhalle fängt Trainerin Monika Schabel mit dem "Base Jump" an, bei dem man einfach mit beiden Beinen springt. Und auch den "Jogging Step", bei dem man einfach übers Seil läuft, kriegen die meisten noch auf die Reihe. Aber natürlich hat die Trainerin auch schwierigere Anforderungen: Beim "Side Straddle" sollen die Schüler abwechselnd mit gegrätschten und mit geschlossenen Beinen über das Seil springen. Natürlich möglichst, ohne sich zu verheddern. Richtig schwierig ist der "Criss Cross". Denn bei dieser Übung muss man die Arme vor dem Körper verkreuzen und dann einfach über das Seil springen. Das sieht kompliziert aus und ist auch von der Koordination her eine Herausforderung.

"Beim Training kommt der Herz-Kreislauf richtig in Schwung", sagt die Trainerin. Und die Dritt- und Viertklässler sind beeindruckt. "Ich kaufe mir auf jeden Fall auch so ein Seil, denn das macht voll Spaß", sagt Lea Zipfel (8) aus Teuschnitz.
"Ich finde auch, dass das gut ist. Aber ich bin auch sonst sportlich. Ich fange nämlich gerade mit Tischtennis an", erzählt Amelie Jungkunz (8) und zeigt, was sie schon so alles kann. Tatsächlich fallen ihr Sprünge und auch das Durchlaufen nicht sonderlich schwer.

Ganz anders ist das bei Julian Behrschmidt (8). "Für mich ist das nicht so ganz das Richtige", sagt er - und verzweifelt fast ein bisschen. Aber immerhin schafft er schließlich - nach viel Übung und mit viel Konzentration - den Sprung mit beiden Beinen über das Seil. Dann ist allerdings Schluss. "Ich schwimme lieber", sagt Julian Behrschmidt offen und ehrlich und findet, dass Rope Skipping wohl eher Mädchensache ist. "Nein, ich will nicht so ein Seil", sagt Julian überzeugt, dass das nicht sein Ding ist. Aber das Rope-Skipping-Seil passt auch nicht wirklich zu seinem Fußballdress.

Faszinierend


Die Trainerin zeigt den Kindern unter anderem, wie man nicht nur alleine Rope Skipping machen kann. "Das ist das Faszinierende daran. Man kann alleine üben, aber man kann auch mit anderen was machen", erklärtMonika Schabel.
"Für die Pause wäre Rope Skipping nicht schlecht. Die Kinder bewegen sich und Spaß macht das Springen auch", ist Schulleiterin Kerstin Zapf begeistert von den vielfältigen Ideen, die die Rope-Skipping-Trainerin mit nach Teuschnitz gebracht hat.