Winterzeit ist Sturmzeit. Davon bleibt auch der Frankenwald im Jahr seiner Auszeichnung als "Waldgebiet des Jahres 2017" nicht verschont.
Bis jetzt sind mehrere Sturmtiefs aber vergleichsweise glimpflich an den örtlichen Wäldern vorüber gegangen. Und nicht immer sind Sturmschäden im Wald ausschließlich negativ.


Alle Wege sind wieder befahrbar

Erst seit zwei Wochen können Förster und Waldbesitzer im oberen Frankenwald wieder jeden Winkel ihrer Wälder gefahrlos aufsuchen.
"Der Schnee aus dem Wintereinbruch im Januar und die nachfolgende Frostperiode hatten durch die entstandenen Eisplatten viele Wege unpassierbar gemacht", sagt Peter Hagemann von den Bayerischen Staatsforsten laut einer Pressemitteilung.
"Da waren die vom Schneesturm ,Egon' einzeln geworfenen Bäume noch das kleinere Problem." Erst mit dem einsetzenden Tauwetter seien alle Wege wieder befahrbar geworden. "Genau rechtzeitig für die Beseitigung der Windwürfe der vergangenen zwei Wochen."
Denn ab jetzt läuft die Zeit: Die gebrochenen Fichten sind potenzielle Brutplätze für den Borkenkäfer. Dessen Schwärmzeit beginnt im April und schon eine einzelne Fichte kann zum Ausgangspunkt vielfachen Käfernachwuchses werden.


Schnelle Aufarbeitung

"In den vergangenen Jahren konnten wir den verhängnisvollen Kreislauf aus Borkenkäferangriffen und nachfolgenden Sturmschäden durch konsequente und schnelle Aufarbeitung der Bäume erfolgreich durchbrechen", so Hagemann. "Aber wir müssen ständig auf der Hut sein."
Aber nicht alle Sturmfolgen sind schädlich für das Ökosystem Wald, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Viele Tier- und Pflanzenarten sind auf umgeworfene Bäume und gebrochenes Holz dringend angewiesen. "Besonders stehende Baumstümpfe haben ihre speziellen Nutzer", so der Forstbetriebsleiter. Zahlreiche Insektenarten besiedeln Rinde und Holz und dienen wiederum den Spechten als begehrte Winternahrung.


Spalten- und Nischenbrüter

Auch bei der Wohnungssuche gebe es tierische Spezialisten, die sogenannten Spalten- und Nischenbrüter. Hagemann: "Wir wissen, dass gerade eher seltene Arten wie der Baumläufer oder die Mopsfledermaus im Frankenwald zwingend auf diese Strukturen angewiesen sind.
Deshalb greift hier das Naturschutzkonzept der Bayerischen Staatsforsten, nach dem abgebrochene Stämme abseits von Waldwegen immer als sogenannte Biotopbäume dauerhaft stehen bleiben."
Aber nur, wenn es keine Fichten sind.