Insgesamt elf Schwestern im Alter von 42 bis 78 Jahren leben heute in "Regina Pacis", einem von 24 Karmeliterinnenklöstern in Deutschland. Seit 1926 besteht der Karmel in der kleinen Ortschaft Rödelmaier, rund fünf Kilometer östlich von Bad Neustadt an der Saale. Gegründet wurde das Kloster von Gabriele von Liszt, einer Karmelitin aus Wien, die gemeinsam mit sieben weiteren Schwestern das 1754 erbaute Schloss der Voigt von der Salzburg bezog.

Ihren Lebensunterhalt bestreiten die Schwestern heute vom Gartenbau sowie durch Lebensmittel-, Sach- und Geldspenden. Seit 1968 betreiben die Schwestern außerdem eine der wenigen Hostienbäckereien. Wöchentlich werden circa 90.000 Hostien gebacken, die an ungefähr 200 Kunden verkauft werden. Herumgesprochen hat sich auch das Talent der Schwestern im Kerzenverzieren: Kunden aus dem ganzen Rhön-Grabfeld bestellen regelmäßig Kerzen zu verschiedensten Anlässen, so dass die Schwestern kaum mit dem Verzieren nachkommen.

Der Tagesablauf: Die Schwestern beginnen ihren Tag mit einem gemeinsamen Gebet und einer Meditation. Um 7 Uhr folgen Laudes und Terz sowie die Feier der Heiligen Messe. Im Lauf des Vormittags erledigen die Schwestern dann ihre Arbeit in Hostienbäckerei, Kerzenwerkstatt, Garten, Küche und Haus. Zum Mittagsgebet versammelt man sich wieder, um sich dann nach gemeinsamer Rekreation (Erholungszeit) bis zur Vesper, dem Abendgebet der Kirche, wieder der Arbeit zuzuwenden. Nach einer weiteren Stunde des inneren Gebets und anschließendem Abendessen treffen sich die Schwestern wieder zur Rekreation. Nach Lesehore und Komplet beginnt schließlich um 20 Uhr das große Stillschweigen.