Das Jahr 2013 hat für die Christbaumschmuckfabrik Schönfelder eine Menge Schicksalsschläge gebracht. Denn erst starb Oma Dora Schönfelder, dann auch noch die Mutter nach langer Krankheit. Doch die Produktion geht weiter, verspricht Silke Eckardt auch im Namen ihrer Geschwister. Und in diesem Jahr sind in Sachen Weihnachtsbaum Himmelblau und duftige weiße oder glitzernde Eisbären im Trend.

Christbaumschmuck aus heimischer Produktion mit handbemalten Elementen und Figürchen ist aufwendig in der Herstellung, doch Silke Eckardt liebt es, die Kugeln per Hand zu beglittern und zu verzieren. "Es ist ein Hobby, das ich neben meinem Beruf ausübe. Ich möchte unbedingt die Familientradition fortsetzen", sagt Silke Eckardt.
In diesem Jahr hat sie sich eine kühle, aber sehr festliche Weihnachtsbaumvariante ausgedacht: Himmelblaue Kugeln, die mit Streifen und Tupfen verziert sind und Kugeln, die beglitterte Eisbären und Weihnachtsbäume als Motiv haben, sollen auch moderne Weihnachtsbaum-Schmücker begeistern. Sie werden kunterbunt durcheinander gemischt - und harmonieren dennoch perfekt.


Brauntöne und Eulenfiguren

Der nordische Rot-Weiß-Trend, der im vergangenen Jahr angesagt war, flacht bereits wieder ab. "Wahrscheinlich bin ich ein Jahr zu früh dran, denn in diesem Jahr gehen die Kunden auch auf Brauntöne und natürlich auf Eulen", sagt Silke Eckardt. Sie hat natürlich einige Eulenfiguren auf Lager und malt tatsächlich einige Eulen auf Kugeln. Doch für eine echte Eulenkollektion war die Zeit zu knapp. Nach all den Aufregungen.

"Wir machen keine Massenwaren, bei uns ist vieles individuell", sagt Silke Eckardt. Derzeit malt sie Namen und individuelle Weihnachtswünsche auf rote Kugeln - weil eine Kundin dies so möchte. Und außerdem fertigt sie - ebenfalls auf Kundenwunsch - neongelbe Kugeln und bemalt diese. "Es macht natürlich richtig viel Arbeit, extra Farben anzumischen und eigentlich können wir das auch nicht machen, aber die Kunden, die zu uns kommen, wissen das zu schätzen", ist Eckardt überzeugt, dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die Handgemachtes zu schätzen wissen.


Sie kann jedes Tier malen

Auch ausgefallene Wünsche erfüllt Silke Eckardt gerne. "Geht ein Glitzerdackel auf eine Kugel?" "Na klar, eigentlich kann ich jedes Tier machen", amüsiert sich Silke Eckardt, nimmt die Herausforderung an und lässt mit wenigen Strichen einen langen Dackel auf einer leuchtend roten Kugel entstehen. Und der wird dann mit dichtem Gold beglittert. Fertig.

Doch trotz des unglaublichen Geschicks und der Routine könnte die Familie nicht mehr nur allein vom Christbaumschmuck leben. Früher beschäftigte das Unternehmen bis zu 40 Mitarbeiter. Silke Eckardt und ihre Geschwister haben andere Berufe, führen die Firma nur aus Traditionsbewusstsein und Idealismus weiter. "Mache setzen sich nach Feierabend vor den Fernseher und stricken, ich bemale eben Christbaumkugeln", sagt Eckardt und lacht. Denn so war es schon immer. Schon von Kind auf hat sie in der Christbaumschmuckfabrik mitgeholfen, hat Vögelchen beglittert, Kugeln verziert oder die Kugeln versilbert und lackiert. "Und mir gehen nie die Ideen aus", sagt Silke Eckardt. Derzeit bemalt sie kleine Schneemänner, die sie von Glasbläser Egon Müller-Blech bezieht, in kunterbunten Farben.

Im Stil von Gustav Klimt

Sie bemalt per Hand - im Stil des Künstlers Gustav Klimt - Kugeln mit vielen kleinen weißen runden Formen und Gold. Und natürlich gibt es auch ganz normale Kugeln - mit oder ohne Einbuchtung, Zapfen, bunte Figuren und alles, was man an den Weihnachtsbaum hängen kann. Ganz neu sind knallrote Erdbeeren für den Weihnachtsbaum, zeigt Silke Eckardt auch einige ihrer verrückten Dinge, die man an den Weihnachtsbaum hängen kann. Und Leuchttürme in Rot-Silber oder auch in Blau-Silber - passend zum Cool-Colour-Baum - malt sie ebenfalls noch. Für Silke Eckardt ist das Fertigen von Weihnachtsschmuck schon längst eine Leidenschaft, doch insgeheim gibt es auch Hürden. So sind die Kartons und vor allem die Einsätze immer schwerer zu bekommen. "Die Maschinen, die man zur Herstellung braucht, sind alle ins Ausland verkauft worden. Ich müsste jetzt die Einsätze aus Polen beziehen", sagt Silke Eckardt. Und natürlich macht auch die Billig-Konkurrenz aus Fernost den heimischen Unternehmen zu schaffen.

Doch Silke Eckardt hält die Familientradition hoch. Gemeinsam mit Wilhelm Schönfelder und Benjamin Eckardt will sie auch in Zukunft die Traditionsfirma weiterführen. Und im nächsten Jahr gibt es vielleicht sogar schon einen Internetverkauf, hofft Silke Eckardt auf ein bisschen Muse nach Weihnachten.


Kontakt

Silke Eckardt und ihre Geschwister sind unter Tel. 09265/309 zu erreichen.