Wer kennt sie nicht, die traurig-schöne Dreiecks-Liebesgeschichte zwischen dem Chormädchen Christine, ihrem Schwarm Raoul und dem entstellten Mann mit der Maske? Fast meinte man am Samstagabend, das Phantom der Oper würde tatsächlich in der frühlingshaft geschmückten Rennsteighalle um einen herum schleichen.


Grandios und opulent


Mit ihren grandiosen und opulenten Melodien, untermalt von szenischen-Bildern, entführte der Musikverein Steinbach am Wald das Publikum des 37. Frühlingskonzerts in die mystisch-schöne Welt der Pariser Unterwelt, wo das Phantom sein Unwesen treibt.

Mit dem herrlichen Querschnitt aus dem Musical-Klassiker von Andrew Lloyd Webber fand das zauberhafte Frühlingskonzert seinen krönenden Abschluss.
Rund drei Stunden lang hatten der Musikverein, das Jugendblasorchester sowie das Gesangduo Sophie und Luisa Wäcker aus Ludwigsstadt zu einem musikalischen Höhenflug nach dem anderen angesetzt. Es war ein Konzert voller Emotionen, mit vielen wunderschönen Momenten und vom Dirigenten Jens Vetter sehr stimmig ausgesuchten Melodien.

Die passende Musikauswahl ist das eine. Was aber die Magie der Musik ausmacht, was fesselt und verzaubert, ist ein Klangkörper, der die Werke auch entsprechend in Szene setzen kann. Und das gelang den Mitwirkenden vom ersten bis zum letzten Ton.


Ins rechte Licht gerückt


Das Phantom der Oper" war dabei nur die Endstation einer musikalischen wie auch optischen Reise durch Raum und Zeit. Durch auf die Leinwand projizierte Bilder wurde jedes Konzertstück "ins rechte Licht" gerückt. Über die Hintergründe und Geschichten der einzelnen Stücke wussten Silke Fehn und Rebecca Wich viel zu berichten.

Sie führten in die Werke ein, die unter Leitung von Jens Vetter und Ewald Fehn Gestalt annahmen - und wie! Beide Orchester waren spürbar mit ganzem Herzen dabei, agierten mit viel Spielfreude und Schwung.

Gerne ließen sich die Zuhörer von dieser einzigartigen "Liebeserklärung" an die Musik mitreißen!


Sängerinnen begeistern


Ein weiteres Highlight war die emotionale Interpretation des Meisterwerks "Hindenburg", das die majestätische Jungfernfahrt in Töne fasst. Nach einem Abstecher in den Wilden Westen mit den bekannten Winnetou-Melodien fand die kurzweilige Reise mit dem "Phantom der Oper" in der Pariser Unterwelt ihr offizielles Ende.

Harmonisch hatte das Klarinetten-Duo Lisa Wiegand und Vanessa Ströhlein das Allegretto eines unbekannten Komponisten erklingen lassen. In den "Flugpausen" gaben immer wieder die Nachwuchstalente unter Leitung von Ewald Fehn Einblicke in ihr Können. Eine große Bereicherung waren die Auftritte der Gesangs-Solistinnen Sophie und Luisa Wäcker. Mit ihren schönen Stimmen ließen die Schwestern frische moderne Lieder erklingen. Eine helle Freude, ihnen zuzuhören.


Stehende Ovationen


Stehende Ovationen und donnernder Applaus "nötigen" sowohl dem Jugendblasorchester als auch dem Musikverein Zugaben ab. Zu den Klängen von "We will rock you" forderten die Youngsters ihr Publikum zum Mitmachen auf. Als Zugabe ließ der Musikverein John Miles´ grandiose Pop-Hymne "Music was my first love" erklingen, bevor mit dem gemeinsam angestimmten Oberfranken-Lied die musikalische Reise in unserer Heimat ihren Abschluss fand.

Ewald Fehn hatte die Gäste eingangs willkommen geheißen. Der Vorsitzende freute sich über den guten Zuspruch des Konzerts und bedankte sich bei allen Mitwirkenden vor und hinter der Bühne - insbesondere beim Dirigenten Jens Vetter.