Tina Müller aus Steinberg studiert an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim "Soziale Arbeit" mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe. Im Rahmen ihres Studiums unternimmt sie eine 13-tägige Exkursion nach Kenia. Initiiert wurde diese von einigen Dozenten, die einen Hilfsverein für bessere Lebensbedingungen für Kinder in Afrika gründeten.
Vor ihrem Abflug schaute sie sich Bilder von lachenden und fröhlichen Menschen an. Sie betrachtete Bilder der Armut, aber auch der Hoffnung. Sie wird in den beiden Ortschaften Timau und Kongoni sein. Gemeinsam mit 19 weiteren Studenten der Dualen Hochschule Heidenheim, Fakultät Sozialwesen, will sie sich selbst ein Bild vom Leben dort am Fuß des Mount Kenya machen.
Die 19-Jährige hat im vergangenen Oktober ihr Studium begonnen und ist derzeit im zweiten Semester. "Im ersten Semester mussten wir uns für ein Wahlfach entscheiden. Ich habe das Lernfeld Afrika gewählt. Dieses möchte uns Studenten ein Lernfeld für die persönliche Entwicklung sowie für die Auseinandersetzung mit lebensweltorientierter sozialer Arbeit in Afrika ermöglichen. Unser Dozent Thomas Fritz hat uns dabei von seinem Hilfsverein ,Camp for Social Development Mount Kenya‘ erzählt", erinnert sie sich.
Der Verein möchte dazu beitragen, dass alle Kinder der Gegend um Kongoni und Timau einen Kindergarten besuchen können, eine Grundschulausbildung erhalten und sich dort die gesundheitliche Vorsorge und sanitären Einrichtungen verbessern. Zumindest ein kleiner Teil der chancenlosen Kinder soll eine Zukunft durch Bildung haben.
Ihr Dozent habe allen Zweitsemestlern im Bereich Sozialwesen die Möglichkeit einer Exkursion angeboten. Der Verein unterstütze insbesondere auch Projekte zur Verbesserung der Lebensbedingungen - wie sauberes Wasser, Hygiene und Ernährung. Gerade die Wasserversorgung sei in Afrika ein zentrales Problem. Dementsprechend laute das Thema des Projekts auch "Die Installation von Waschbecken im Kindergarten Kongoni". Neben dem Kindergarten werde man auch eine Primary School (Grundschule) besuchen, um weitere Eindrücke von der Situation vor Ort zu erhalten und dort beispielsweise Spiele-Aktionen zu machen. Weiter möchte man ein in Afrika verbleibendes Kunstwerk schaffen, einen Videofilm über den Aufenthalt drehen, einen Solarkocher bauen, sich an verschiedenen Workshops beteiligen und eine Safari unternehmen. Tina Müller ist im Rahmen ihres Studiums, bei dem jedes Semester jeweils drei Monate Praxis und Theorie umfasst, als Sozialpädagogin bei der Stadt Heidenheim angestellt und arbeitet dort an einem Gymnasium. "Die Arbeit macht mir viel Spaß. Ich könnte mir vorstellen, in diesem Bereich - nach Beendigung meines Studiums 2014 - weiter zu arbeiten", meint sie. Gerne würde sie in ihre Heimat zurückkehren.