Für Thomas Geiger war das Rennen in Roth ein ganz besonderes Jubiläum, ist er doch der mittlerweile einzige Triathlet, der seit der ersten Austragung im Jahr 1988 - damals noch Ironman Roth und gleichzeitig Qualifikation für den Ironman Hawaii - an allen Rennen teilnahm und auch jedes Mal das Ziel erreichte. Bis 1999 konnte man sich in Roth auch für die Ironman-Weltmeisterschaft qualifizieren. Dies war auch das letzte Mal, dass Thomas auf Hawaii an den Start ging. Dabei erreichte er auf Hawaii Platz 4 in seiner Altersklasse. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft wechselte ab dem Jahr 2000 nach Frankfurt, und Roth begann eine eigene Veranstaltungsserie zu gründen, die "Challenge Roth". Thomas Geiger entschied sich seitdem, Roth die Treue zu halten und dafür auf die Quali für die Weltmeisterschaft auf Hawaii zu verzichten.

Aufregung


Obwohl dies in Roth sein 41. Wettkampf über die Langdistanz und sein 25. Start in Roth war, konnte der Stockheimer ein bisschen Aufgeregtheit nicht verleugnen. Immerhin kann viel dazwischenkommen: Krankheit, Sturz, technischer Defekt - Sachen, die kaum zu beeinflussen sind. Doch es lief alles sehr gut im Vorfeld. Thomas Geiger war nicht nur nach Roth gekommen, um das Ziel zu erreichen, er wollte zu seinem 25-jährigen Jubiläum auch noch den Titel des Europameisters in seiner Altersklasse.
Das Schwimmen lief wie gewohnt: Eine zwei Minuten schnellere Zeit als im Vorjahr konnte er beim Ausstieg aus dem Wasser von der Uhr ablesen. Nach 1:00:39 Stunden schnappte er sich seinen Beutel, in dem der Neopren-Anzug verstaut war. Nach einem schnellem Wechsel aufs Rad ging es auf die zweimal zu fahrende Radrunde. Unter doch ziemlich schwierigen Windbedingungen kam Geiger nach 4:57 Stunden vom Radfahren wieder zur Wechselzone nach Roth. Nach exakt 1:29 Minuten war aus dem Radfahrer ein Läufer geworden. Ein schneller Wechsel kann mit einem Blick auf die Gesamtzeit sehr wichtig sein.
Anders als sein Vereinskollege Frank Neumann ging Thomas Geiger den Marathon etwas flotter an. Der erste Kilometer war nach 3:50 Minuten geschafft. Das war doch etwas zu schnell. Die folgenden Kilometerzeiten pendelten bis zur Hälfte der Laufstrecke bei 4:25 Minuten ein. Die zweite Hälfte war nun deutlich langsamer, so dass am Ende eine Marathonzeit von 3:12:40 Stundenkilometer stand. Dies bedeutete im Gesamtklassement Platz 56 und in seiner Altersklasse Platz 1 und somit den Titel des Europameisters.
Von den 3300 Einzelstartern kamen 92 Prozent ins Ziel. Über 200 000 Fans feuerten die Triathleten an und sorgten somit für beste Stimmung.
Während Frank Neumann diese Saison ausklingen lässt, steht für Thomas Geiger am 9. September ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm, die Triathlon-Weltmeisterschaft über die Mitteldistanz (1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren, 21 Kilometer Laufen) in Las Vegas. Dies wird eine besondere Herausforderung werden. Während sich bei der Europameisterschaft jeder anmelden kann, werden die Startplätze in Las Vegas über Qualifikationsrennen vergeben. Nur die Besten können dort starten. Und Thomas Geiger hat ein ambitioniertes Ziel: Platz 1.